In einer Nachricht, die ungefähr niemanden überraschen wird, der sich nach einer Diät-Limo schon mal ein bisschen komisch gefühlt hat, haben Forscher der Universität Cambridge herausgefunden, dass viele Süßstoffe mit den Darmbakterien herumspielen – manchmal auf eine Weise, die relevant sein könnte.

Die Studie, veröffentlicht in Molecular Systems Biology, testete 39 kommerziell genutzte Süßstoffe (natürliche und künstliche) gegen 25 im Labor gezüchtete Bakterienarten. Etwa drei Viertel der Süßstoffe beeinflussten das Wachstum mindestens einer Bakterienart. Mehrere reduzierten oder stoppten das Wachstum von Bakterien, die mit Verdauungsgesundheit, Blutzuckerregulation und Immunfunktion in Verbindung gebracht werden.

Aber hier wird es konspirativ: Menschen konsumieren Süßstoffe selten allein. Also kombinierte das Team sie mit Koffein, Vanilleextrakt, einem anderen Süßstoff oder einem von acht gängigen Medikamenten. Sie fanden über 100 Fälle, in denen sich die Wirkung eines Süßstoffs änderte, wenn eine andere Verbindung vorhanden war – 34 Mal wurde sie stärker, 68 Mal schwächer.

Der Aufmacher war Isosteviol (ein von der Lebensmittelindustrie verwendeter Süßstoff) kombiniert mit Duloxetin, einem Antidepressivum, das 2023 von über 4,2 Millionen Amerikanern eingenommen wurde. Zusammen unterdrückten sie stark Roseburia intestinalis und Parabacteroides merdae – zwei Bakterienarten, die als wichtig für die Verdauungs- und Stoffwechselgesundheit gelten. Die Kombination reduzierte auch die mikrobielle Vielfalt in einer synthetischen Darmgemeinschaft und erhöhte die Toxizität gegenüber Wirtszellen.

Die leitende Autorin Dr. Sonja Blasche sagte: „Süßstoffe werden oft als metabolisch neutral vermarktet, aber unsere Studie stellt diese Idee in Frage. Sie können Darmbakterien direkt beeinflussen, insbesondere wenn sie mit anderen Verbindungen gemischt werden.“

Bevor Sie Ihren Vorrat an Null-Zucker-Limo wegschütten, beachten Sie die Einschränkungen: Dies war Laborarbeit, keine Humanstudien. In echten Därmen können Süßstoffe absorbiert, verdünnt oder abgebaut werden, bevor sie die Mikroben erreichen. Ernährung, Genetik und die bestehende Mikrobiom-Zusammensetzung spielen ebenfalls eine Rolle. Weitere Forschung ist nötig, um zu wissen, ob diese Wechselwirkungen bedeutsame gesundheitliche Auswirkungen haben.

Der leitende Autor Professor Kiran Patil fügte hinzu: „Unsere Studie legt nahe, dass künstliche Süßstoffe nicht einfach passiv durch den Körper wandern – sie können mit Darmmikroben interagieren, und diese Effekte können durch andere Substanzen wie Medikamente verstärkt oder verändert werden.“

Also genießen Sie ruhig Ihren mit künstlichem Süßstoff gesüßten Snack zusammen mit Ihrem Antidepressivum. Nur vielleicht nicht genau zur gleichen Zeit. Oder doch – wir sind keine Ärzte, wir schreiben nur die Schlagzeilen.