Die Volkswagen Group hat einen Plan, um Amerikas Herz zurueckzugewinnen: ein in den USA gebauter Pickup bis 2030. Laut einem Reuters-Bericht will der deutsche Autobauer in den wettbewerbsintensiven, aber margenstarken Segmenten der Pickups und grossen SUVs mitmischen - Bereiche, die er derzeit meidet wie die Pest der Dieselabgasskandale.
Der Bericht stuetzt sich auf anonyme Quellen, und VW lehnte eine Stellungnahme ab, also nehmen Sie es mit einem Körnchen Salz - oder vielleicht einer ganzen Brezel. Aber die Logik ist solide: Amerikaner lieben ihre viertuerigen Trucks, das fahrzeugtechnische Äquivalent eines Schweizer Taschenmessers, das Passagiere, Fracht und alles, was ein bisschen Wetter nicht scheut, transportieren kann. Sicher, ein Schraegheck oder Kombi wäre vernuenftiger, aber das ist wahrscheinlich der Grund, warum Sie Ars Technica lesen.
Zölle und geradezu vorsintflutliche Emissionsvorschriften machen die USA zu einem Paradies fuer Fahrzeuge, die anderswo nicht wettbewerbsfaehig oder nicht verkaufbar sind. Der US-Pickup-Markt wird Prognosen zufolge 2026 einen Umsatz von fast 200 Milliarden Dollar erreichen, mit weiterem Wachstum jedes Jahr. Das globale Auto mag tot sein, aber regionale Vorlieben sind lebendig - und Amerikaner mögen wirklich, wirklich Trucks.
Die Wiederbelebung seiner amerikanischen Aktivitaeten ist entscheidend fuer die VW Group, die letztes Jahr ein schlechtes Jahr hatte und fuer 2026 weitere Schwierigkeiten erwartet, da die Verkaeufe in China und Nordamerika einbrechen. Die Fuehrung plant, durch Werksschliessungen und Entlassungen bis 2030 zu rationalisieren, ein Plan, der von der Familie Porsche (die knapp 32 Prozent des Unternehmens haelt) unterstuetzt, aber vom Land Niedersachsen (20 Prozent Anteil) und Gewerkschaften, die die Haelfte der Aufsichtsratssitze innehaben, vehement abgelehnt wird. Denn nichts sagt 'wettbewerbsfaehig' wie ein guter alter Arbeitskampf.
Nichts ist endgueltig, also sind konkrete Details so rar wie eine Ladestation im laendlichen Montana. Wir kennen weder Groesse, Preis noch Antrieb - Benzin, elektrisch oder Hamster auf Raedern. Aber einige Moeglichkeiten zeichnen sich ab.
Erstens könnte VW einfach den Amarok in den USA bauen. Es ist ein fuer Südamerika entwickelter Truck, aber Fords Ranger wurde fuer Nicht-US-Märkte entwickelt und wird jetzt hier verkauft. Das wuerde funktionieren, aber es waere langweilig - wie einen Fussball zu einem Tailgate zu bringen.
Dann gibt es Scout, VWs neue Premium-Offroad-Marke, die in Michigan Leiterrahmen-Pickups und -SUVs entwirft, die in South Carolina gebaut werden sollen, mit Batterie-elektrischen oder Range-Extender-Antrieben, geplant fuer 2028. Wenn VW mit dem F-150 und anderen Schwergewichten konkurrieren will, ist eine Leiterrahmen-Plattform unerlaesslich. Aber wird es Scout-Kaeufe kannibalisieren? Das ist die Millionen-Dollar-Frage - oder die 200-Milliarden-Dollar-Frage.
Eine faszinierendere Idee: Plattform-Sharing mit einer Wendung. Wir haben einen ~25.000 Dollar teuren Elektro-Pickup von Slate Auto gesehen, und der elektrische Ford Fathom wird im nächsten Jahr unter 30.000 Dollar kosten. Könnte VW einen Trend erkennen und klein und billig gehen? Die Entwicklung eines kostenguenstigen EV-Trucks von Grund auf bis 2030 ist eine grosse Herausforderung, aber VW könnte seine MEB-Plattform nutzen (die den ID Buzz und ID.4 untermauert). Der ID.4 hat gerade die Produktion in VWs Werk in Chattanooga, Tennessee, beendet, also gibt es Kapazitaeten. Aber was, wenn VW eine Plattform von einem anderen Hersteller lizenziert - wie Ford?
In Europa leiht sich Ford VWs MEB-Plattform fuer den elektrischen Capri und Explorer, zum Entsetzen der europaeischen Ford-Fans (und amerikanischer Mustang-Fans, die immer noch ueber den Namen Mach-E schimpfen). Warum also nicht den Spiess umdrehen? Ford hat eine kostenguenstigere EV-Architektur entwickelt - die Universal Electric Vehicle (UEV)-Plattform - von einem kleinen, unabhaengig arbeitenden Team. Fords erste EVs waren solide, aber teuer; vielleicht waren vollelektrische Trucks der falsche Ansatz. Pickup-Kaeufer achten auf Spezifikationen: Anhaengelast, Reichweite und nicht dreimal auf dem Weg zum See anzuhalten, um zu laden. Deshalb wurde der elektrische F-150-Ersatz fuer etwas Kleineres und Erschwinglicheres verschoben - den Fathom, der im nächsten Jahr erscheint.
Könnte VW die UEV-Plattform fuer seinen eigenen Elektro-Truck lizenzieren? Es ist ein verlockender Gedanke, der sogar die Moeglichkeit eroeffnet, einige davon in leuchtendem Gelb mit Skoda-Emblemen nach Europa zu exportieren - Felicia Fun EV, irgendjemand? Wir können ja wohl noch traeumen, oder?