Forscher haben 44 Studien überprüft und festgestellt, dass Stress durch systemischen Rassismus und Benachteiligung erklären könnte, warum schwarze Frauen häufiger während der Geburt sterben. Die in Trends in Endocrinology and Metabolism veröffentlichte Studie untersuchte drei physiologische Pfade – oxidativen Stress, Entzündungen und uteroplazentaren Gefäßwiderstand – und fand heraus, dass schwarze Frauen bei allen drei höhere Werte aufwiesen. Diese Unterschiede seien nicht genetisch, so die Forscher, sondern resultierten aus sozioökologischen Stressoren wie Rassismus und sozioökonomischer Benachteiligung, die messbar die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, während der Schwangerschaft gesund zu funktionieren.

Grace Amedor von der University of Cambridge, die Erstautorin, merkte an, dass die Schwangerschaft den Körper einer Frau stark belastet und schwarze Frauen möglicherweise zusätzlichen Stress durch systemischen Rassismus, sozioökonomische Benachteiligung und Umweltstressoren erfahren. Diese Belastung könne wichtige biologische Prozesse beeinträchtigen und das Risiko für Erkrankungen wie Präeklampsie erhöhen. Sie zeigte sich überrascht, dass trotz seit langem bekannter Ungleichheiten wenig Forschung zu den zugrunde liegenden physiologischen Gründen betrieben wurde. Ein erhöhter uteroplazentarer Gefäßwiderstand verengt die Blutgefäße und reduziert den plazentaren Blutfluss; höherer oxidativer Stress beinhaltet schädliche reaktive Sauerstoffspezies, die die antioxidativen Abwehrkräfte überwältigen; und starke Entzündungen sind mit schlechteren Schwangerschaftsergebnissen verbunden – alles stark assoziiert mit Präeklampsie, Frühgeburten und fetalen Wachstumsrestriktionen.

In Großbritannien ist die Wahrscheinlichkeit, dass schwarze Frauen während der Geburt sterben, 2,7-mal höher als bei weißen Frauen, und sie erleiden häufiger schwerwiegende Geburtskomplikationen und perinatale psychische Erkrankungen. Schwarze Babys haben ein doppelt so hohes Risiko, tot geboren zu werden. Seniorautor Prof. Dino Giussani betonte, dass die Ungleichheit bekannt sei, aber oft auf Unterschiede in der medizinischen Versorgung oder soziale Ungleichheiten zurückgeführt werde; diese Studie zeige, dass diese Belastungen überproportional die Körper schwarzer Frauen betreffen. Dr. Jenny Barber vom Royal College of Obstetricians and Gynaecologists nannte die Situation inakzeptabel und forderte koordinierte ressortübergreifende Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen von Ungleichheit sowie nachhaltige Investitionen in die Geburtshilfe.