Stoke Space, das in Washington ansässige Raumfahrtunternehmen, das noch nie etwas in den Orbit gebracht hat, gab am Dienstag bekannt, dass es in einer Serie-E-Runde unter der Co-Leitung von Point72 Ventures und Spark Capital weitere 1 Milliarde US-Dollar eingesammelt hat. Damit beläuft sich die Gesamtfinanzierung des Unternehmens auf atemberaubende 2,3 Milliarden US-Dollar – eine schwindelerregende Summe für ein Vorhaben, das noch nicht einmal einen Orbitalstart versucht hat. Aber hey, wer braucht schon eine Erfolgsbilanz, wenn man eine Vision hat?

CEO Andy Lapsa verriet, dass das neue Geld die Entwicklung einer größeren 'Block-2'-Version der Nova-Rakete beschleunigen wird, die in einer vollständig wiederverwendbaren Konfiguration 15 metrische Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen kann. 'Wir haben bereits mit der Entwicklung eines größeren Fahrzeugs begonnen, und wir hatten das Gefühl, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, um Öl ins Feuer zu gießen', sagte Lapsa, vermutlich während er einen Flammenwerfer mit der Aufschrift 'Investorengelder' in der Hand hielt.

Der erste Nova Pathfinder soll im Wiederverwendungsmodus 3 metrische Tonnen heben, bis zu 7 Tonnen im Einwegmodus, mit einer ersten Stufe, die von sieben Zenith-Triebwerken angetrieben wird, die 700.000 Pfund Schub erzeugen. Die Oberstufe verfügt über einen neuartigen Ring aus 24 Triebwerken, die einen regenerativ gekühlten Hitzeschild umgeben – denn warum sollte man den Wiedereintritt nicht so kompliziert wie möglich gestalten? Nach Abschluss der Strukturtests an der ersten Stufe in diesem Sommer wird Stoke sie nach Cape Canaveral, Florida, schicken, um weitere Tests, ein statisches Feuern und schließlich die Kopplung mit der Oberstufe durchzuführen. Die Oberstufe wird nach Moses Lake, Washington, gehen, um ihre eigenen Struktur- und Heißfeuertests zu absolvieren, bevor sie sich der Party in Florida anschließt.

Lapsa nannte schließlich einen Zieltermin für Novas Debüt: 'Anfang' 2027. Er ist optimistisch, aber realistisch: 'Ich fühle mich gut bei diesem Starttermin. Aber wie Sie wissen, starten wir in unserer Branche, wenn wir bereit sind.' Übersetzung: Nicht die Luft anhalten, aber vielleicht ab 2027 damit beginnen.

Bei einem Besuch in Stoke's Fabrik in Kent, Washington, letztes Jahr sah Ars Technica die fortgeschrittene Montage von Flughardware. Der Nova Pathfinder ist mit 12,5 Fuß Durchmesser etwas breiter als SpaceX's Falcon 9, aber erheblich kürzer. Die Block-2-Version wird einen Durchmesser von 15 Fuß haben und wie der Pathfinder mit methan-flüssigsauerstoffbetriebenen Zenith-Triebwerken ausgestattet sein – nur mit mehr davon. Die Oberstufe wird auch auf eine zylindrische Form umgestellt, wobei die konische Verjüngung entfällt, die das Nutzlastvolumen einschränkte. Lapsa sagt, sie hätten 'einen ziemlich raffinierten Ansatz' gefunden, um die Verjüngung zu entfernen, was wie ein Euphemismus für etwas klingt, das einen sehr großen Dosenöffner beinhaltet. Das Debüt von Block 2 ist für 2029 geplant.

Da Satellitenbetreiber in 'Panikmodus' bezüglich der Startverfügbarkeit sind, will Stoke mit dem Nova Pathfinder einen Teil der Nachfrage decken, aber um wirklich mit SpaceX's wiederverwendbaren Raketen, Blue Origin's New Glenn, Relativity Space's Terran R und Rocket Lab's Neutron zu konkurrieren, braucht es den größeren Block 2. Lapsa glaubt, dass für alle Platz ist: 'Die Raumfahrtwirtschaft wird genau so schnell wachsen, wie wir Raketen starten können. Sie wird nicht schneller wachsen. Sie kann nicht schneller wachsen. Und es gibt eine große aufgestaute Nachfrage nach fliegenden Raketen.' In der Tat ist die Diskrepanz zwischen Startangebot und -nachfrage enorm – und ebenso enorm ist Stoke's Bankkonto.