Ryanair hat eine Erklärung herausgegeben, um die fliegende Öffentlichkeit zu beruhigen, dass seine Flugzeuge tatsächlich sicher seien, nach einem Vorfall, bei dem ein Passagier beinahe aus einem Fenster in der Luft gesaugt wurde. Ljubisa Karović, 61, wurde kopfüber in die Leere gezogen, nachdem ein Triebwerksschaden Trümmer durch ein Acrylfenster auf einem Flug von Thessaloniki nach Memmingen geschleudert hatte. Seine Frau, Svetlana Grković, packte heldenhaft seine Beine und zog ihn mit Hilfe von zwei anderen Passagieren zurück in Sicherheit.

Neil Sorahan, Finanzvorstand von Ryanair, lobte die Besatzung für ihren 'phänomenalen Job', das Flugzeug zurück nach Thessaloniki zu bringen, und bemerkte, dass 'ausnahmslos alle das Flugzeug verließen'. Er lehnte es ab, über Entschädigungen zu sprechen, und sagte, es sei 'viel zu früh', während die Untersuchung – geleitet von der US-amerikanischen National Transportation Safety Board (NTSB) – noch läuft. Der Vorfall ereignete sich an einer Boeing 737, die von der Ryanair-Tochter Malta Air betrieben wurde. Sorahan bestand darauf, dass die Flotte sicher sei, und wies darauf hin, dass weder die FAA noch die Europäische Agentur für Flugsicherheit Betriebsänderungen verlangt hätten. 'Wir haben eine relativ junge Flotte', sagte er und fügte hinzu, dass Boeing 737 'wahrscheinlich das sicherste je gebaute Flugzeug' seien.

In der Zwischenzeit nutzte Sorahan die Gelegenheit, um das neue digitale Einreise-/Ausreisesystem der EU (EES) zu kritisieren, das seiner Aussage nach die Wartezeiten an den Passkontrollen an beliebten Flughäfen fast verdreifacht hat. Ryanair veröffentlichte eine Liste von 'Hotspots', darunter Lissabon, Teneriffa Süd und Berlin, wo die Verzögerungen erheblich sind. Die Fluggesellschaft meldete außerdem einen Rückgang des Nachsteuergewinns um 34 % auf 538 Mio. € für das bis Juni endende Quartal und machte dafür eine Verdoppelung der Kerosinpreise im Zuge des Iran-Krieges verantwortlich. Die Passagierzahlen stiegen um 6 % auf 61,3 Millionen, aber die Durchschnittspreise fielen um 6 %, da 'der Nahostkonflikt zu Zurückhaltung der Verbraucher führte'. Die Betriebskosten stiegen um 11 % auf 3,81 Mrd. €. Sorahan deutete auch eine mögliche Konsolidierung in Europa an und bemerkte, dass die Bieterkrieg um den Rivalen easyJet einen 'Dominoeffekt' auslösen könnte.