WASHINGTON – Rocket Lab hat einen weiteren Vertrag mit der japanischen Radarbildfirma iQPS unterzeichnet, weil offenbar die ersten 18 Starts nicht ausreichten, um ihren Satellitenhunger zu stillen.

Am 30. Juli gab Rocket Lab einen Deal über drei Electron-Starts von iQPS-Radarbildsatelliten bekannt, die ab Ende 2027 stattfinden sollen. Jeder Start erfolgt von Rocket Labs Startkomplex 1 in Neuseeland und bringt einen iQPS-Satelliten in eine saubere 575 Kilometer hohe niedrige Erdumlaufbahn.

Dies ist die dritte Multi-Start-Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen allein im letzten Jahr. Im April unterzeichneten sie einen Vertrag über drei Electron-Starts, und im letzten Oktober schlossen sie einen weiteren Drei-Start-Deal ab. An diesem Punkt ist es weniger eine Geschäftsbeziehung als vielmehr ein Abonnement.

Einschließlich dieser neuesten Aufträge wurde Rocket Lab nun für insgesamt 18 Electron-Starts beauftragt. Sieben davon haben tatsächlich stattgefunden, zuletzt im Dezember. Die restlichen 11 befinden sich vermutlich in verschiedenen Stadien von „wir kümmern uns irgendwann darum“.

Rocket Lab sollte am 30. Juni einen weiteren iQPS-Satelliten vom Startkomplex 1 aus starten, aber die Triebwerke zündeten und besannen sich dann prompt eines Besseren, brachen den Start ab. Rocket Lab hat sich bezeichnenderweise bedeckt über den Grund gehalten, und der Start wurde noch nicht neu terminiert. iQPS gibt in einer eigenen Erklärung optimistisch an, dass der nächste Start frühestens für August geplant ist.

iQPS – was für Institute for Q-shu Pioneers of Space steht, nicht für eine neue Ramen-Geschmacksrichtung – baut eine Konstellation von Synthetic-Aperture-Radar-(SAR)-Bildsatelliten auf. Das Unternehmen strebt an, bis Mai 2028 24 Satelliten im Orbit zu haben und bis 2030 36. Denn wenn man schon die Erde aus dem Weltraum ausspioniert, kann man es auch gründlich machen.

Die iQPS-Vertragsnachricht kommt nur drei Tage, nachdem Rocket Lab einen Space-Force-Vertrag über bis zu 266 Millionen Dollar für bis zu 18 Starts der suborbitalen Variante des Electron namens HASTE bekannt gegeben hat. Das ist der größte Startauftrag des Unternehmens bisher und beweist, dass Regierungsaufträge immer noch der zuverlässigste Weg sind, um Raumfahrtunternehmen glücklich zu machen.