Als die Abende kälter werden und die Haushaltsbudgets erneut unter Druck geraten, hat der 79-jährige Opa Errol McGuiness eine Routine entwickelt, um die Kosten niedrig zu halten – eine Routine, die man wohlwollend als „viktorianischer Chic“ bezeichnen könnte. Der Rentner sammelt Regenwasser, verbringt viel Zeit in einem einzigen Raum und zieht lieber extra Schichten an, statt die Heizung aufzudrehen.
„Ich behalte viele Klamotten an, aber sagen Sie das nicht meiner Tochter“, sagte er, vermutlich in etwas, das man nur als tragbare Bettdecke beschreiben kann.
Seine auffälligste Sparmaßnahme kommt, wenn die Nacht hereinbricht. „Man braucht kein Licht, um fernzusehen. Man braucht kein Licht, wenn man ins Bett geht. Man kennt den Weg zur Toilette und zur Küche, also braucht man kein Licht.“ Es ist ein kühner Ansatz zur Elektrifizierung des Hauses: einfach vergessen, dass Strom existiert. Errol gibt zu, dass er gesundheitliche Probleme hat, und sagt, seine Tochter erinnere ihn regelmäßig daran, die Heizung einzuschalten – ein Rat, den er offenbar als sanfte Empfehlung und nicht als medizinische Notwendigkeit betrachtet.
Doch er ist keineswegs allein damit, die Haushaltskosten senken zu wollen. Neue Zahlen, die diese Woche veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Inflation im September auf 3,5 % gestiegen ist, den höchsten Stand seit fast einem Jahr, während höhere Kraftstoffpreise die Lebenshaltungskosten für viele Haushalte in die Höhe getrieben haben. Premierminister Andy Burnham hat Maßnahmen versprochen, die den Druck auf die Haushaltsfinanzen lindern sollen, darunter die Abschaffung der Grundgebühren von Gasrechnungen – eine Politik, die sicherlich von jedem begrüßt wird, der je auf eine Gasrechnung gestarrt und sich gefragt hat, warum er dafür bezahlt, an ein Rohr angeschlossen zu sein.
Vier Jahre nach Beginn der Lebenshaltungskostenkrise sagen fast zwei Drittel der einkommensschwachen Familien, dass sie Schwierigkeiten haben, sich lebensnotwendige Dinge wie Lebensmittel, Heizung und Kleidung zu leisten, so die Joseph Rowntree Foundation. Fast die Hälfte gab an, Mahlzeiten ausgelassen oder Portionen verkleinert zu haben, um Geld zu sparen – eine Statistik, die wunderbar mit der neuen Grundgebühren-Initiative der Regierung harmoniert wie ein trauriges, kaltes Sandwich.
Unter ihnen ist der 83-jährige Witwer Bryan, der sagt, er lebe jetzt größtenteils in einem einzigen Raum, um die Rechnungen niedrig zu halten. „Ich ziehe eine Strickjacke an und was auch immer man anzieht, um sich warm zu halten, schließe die Tür, schalte den Heizlüfter ein, um das Haus aufzuwärmen“, sagte er. „Wenn man sieht, wie die Preise steigen, denke ich: ‚Na ja, ich sitze in einem Raum.‘“ Es ist eine Lebensstilentscheidung, bei der sich ein Mönch übermäßig verwöhnt fühlen würde.
Bei Affordable Foods in Blurton, Stoke-on-Trent, sagt Zentrumsleiterin Melissa Baydilly, dass Geschichten wie die von Errol und Bryan immer häufiger werden. Die Organisation betreibt eine Lebensmittelbank, einen Sozialsupermarkt und einen Außendienst, der Menschen bei Schulden, Sozialleistungen und Beschäftigungsfragen hilft. „In jedem Supermarkt, in den man geht, ist alles teurer geworden“, sagte sie. „Es gibt keinen Ort, an den man jetzt gehen würde und nicht sagen würde, dass die Preise um mindestens 25 bis 30 % gestiegen sind.“
Sie glaubt, dass Rentner zu denen gehören, die die Belastung am stärksten spüren. „Ich glaube nicht, dass unsere Senioren der Stadt heutzutage in den Supermarkt gehen, sich Obst und Gemüse ansehen und denken sollten: ‚Ich kann diese Woche keine Äpfel und Orangen haben, ich muss wählen.‘ Sollten sie das mit 60 und 70 tun, nachdem sie ihr ganzes Leben gearbeitet haben?“ Eine Frage, die sich selbst beantwortet – obwohl Äpfel und Orangen hartnäckig teuer bleiben.
Der Artikel verlinkt auch auf weitere Berichterstattung: Burnham schlägt Plan zur Streichung der Grundgebühren von Gasrechnungen vor; Mehrwertsteuer auf Haushaltsstromrechnungen soll im Oktober gesenkt werden; und was die Änderungen der Energiepreisobergrenze für meine Rechnungen bedeuten. Unterdessen sind Leser eingeladen, der BBC zu sagen, welche Geschichten sie in Staffordshire bringen soll – vermutlich einschließlich „lokaler Rentner erfindet neue Methode, im Dunkeln fernzusehen“.