Am 1. April 2026 – nein, das ist kein Scherz – startete Artemis II zu einer fast zehntägigen Reise um den Mond, dem ersten bemannten Flug des Orion-Raumschiffs der NASA. Die Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtbehörde wasserten am 10. April im Pazifik vor San Diego, nachdem sie an ihrem entferntesten Punkt 252.756 Meilen von der Erde entfernt waren. Das ist ein neuer Rekord für die größte Entfernung, die Menschen im Weltraum zurückgelegt haben, und übertrifft den von Apollo 13 aus dem Jahr 1970. Nimm das, 1970.

Zur Vorbereitung auf diese Mondspritztour trainierte die Crew in Islands Vulkangelände, übte Navigation und Feldgeologie und sammelte Gesteinsproben mit Hämmern, Schaufeln und Meißeln. Sie machten es sich auch in NASAs Orion Crew Survival System gemütlich – dem knallorangen Raumanzug, der beim Start und Wiedereintritt getragen wird. Jeder Anzug ist maßgeschneidert mit Luft, Wasser, Nahrung und Abfallmanagementsystemen und kann im Notfall bis zu sechs Tage lang Leben erhalten. Denn nichts sagt „Tiefes Weltall“ wie ein Sechs-Tage-Vorrat an eigenen Ausscheidungen.

Die Mission beinhaltete eine historische Premiere: ein direktes Gespräch zwischen der Artemis-II-Crew und den Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation – Expedition 74 mit Chris Williams, Jack Hathaway, Jessica Meir und ESA-Astronautin Sophie Adenot. Genau, die erste Schiff-zu-Schiff-Kommunikation aus dem tiefen Weltraum. Keine Zettel mehr im Unterricht durchreichen.

Nach der Wasserung bargen NASA- und US-Marineteams die Kapsel, öffneten die Luke und halfen den Astronauten heraus. Die Crew wurde mit einem Hubschrauber zum Bergungsschiff der Marine geflogen, während Orion an Bord gebracht wurde, um an Land transportiert zu werden. Dann kehrten sie zum Ellington Airport in Houston zurück, wahrscheinlich zu einem Heldenempfang und wohlverdientem Schlaf.

Die Mission legte insgesamt 694.481 Meilen zurück, und die Crew beobachtete den Mond aus nächster Nähe aller Menschen bei einer bemannten Mission. Ein unerwartetes Ergebnis: „Mondfreude“. Denn wenn man jahrelang trainiert hat und Tausende von Experten hinter einem stehen, ist es offenbar eine emotionale Erfahrung, den Mond aus der Nähe zu sehen. Wer hätte das gedacht?

Die NASA bereitet sich nun auf zukünftige Missionen zum Südpol des Mondes vor, mit Arbeiten an Raumanzügen der nächsten Generation, Mondwerkzeugen und Rovern im Johnson Space Center. Zukünftige Artemis-Missionen werden mit grellem Licht, Mondstaub und extremen Temperaturen konfrontiert sein – aber hey, zumindest funktioniert die Weltraumtoilette. Das Universal Waste Management System, oder Weltraumtoilette, hatte einige Betriebsprobleme in der Schwerelosigkeit, aber die Crew konnte die Leistung aufrechterhalten. Denn selbst im tiefen Weltraum sind Sanitärprobleme universell.