Der Verkauf von Elektrofahrzeugen schießt durch die Decke – mehr als jedes fünfte neue Auto, das 2025 weltweit verkauft wurde, war elektrisch. Aber bevor wir uns auf die Schulter klopfen, sprechen wir über den unordentlichen, mineralreichen Elefanten im Raum: Lithium-Abbau.

Die Politikwissenschaftlerin Thea Riofrancos, Autorin von „Extraction: The Frontiers of Green Capitalism“, unternahm einen Ausflug in die Atacama-Wüste in Chile – Heimat von etwa einem Fünftel der weltweiten Lithiumvorräte – und fand heraus, dass die grüne Revolution ein schmutziges Geheimnis hat. Die Salzwüsten dort sind zwei Drittel so groß wie Rhode Island, beherbergen Flamingos und sind auch Heimat massiver Bergbauoperationen, die Wasser absaugen, Vögel verschrecken und indigene Gemeinschaften außen vor lassen.

Riofrancos nennt Lithium den „MVP“ der Energiewende, und sie hat nicht unrecht. Es treibt unsere Laptops, Handys und Elektroautos an – letztere sind entscheidend, da der Verkehr die Nummer eins der US-CO2-Emissionen ist. Lithiumbatterien stabilisieren auch erneuerbare Energienetze. Großartig für das Klima, weniger großartig für die Flamingos der Atacama, deren Populationen aufgrund von Lärm, Straßen und Maschinen zurückgehen.

Dann ist da noch das Wasserproblem. Der Bergbau pumpt Salzwasser aus dem Zentrum der Salzwüste, was irgendwie Süßwasser für die Gemeinden an den Rändern schwerer zugänglich macht. Und bis vor kurzem wurden diese Gemeinden – indigene Völker, die dort seit Jahrtausenden Landwirtschaft betreiben – nie formell zu alledem befragt. Die erste echte Konsultation fand erst letztes Jahr statt.

Wer profitiert also? Zwei große Unternehmen: das chilenische SQM und das US-amerikanische Albemarle. Sie haben langfristige Verträge, Einfluss auf frühere Regierungen und einen gemütlichen Platz in der globalen EV-Lieferkette. Aber Riofrancos weist darauf hin, dass Gemeinden und progressive Politiker Widerstand leisten. Die eigentliche Frage, sagt sie, ist, ob der Gewinn der globalen Menschheit aus chilenischem Lithium die lokale Last rechtfertigt.

Eigentum könnte Teil der Antwort sein. Regierungen im globalen Süden haben historisch Ressourcen verstaatlicht, um Souveränität zu erlangen, aber das kann neue Spannungen mit lokalen Gemeinschaften schaffen, die plötzlich gegen den Staat statt gegen ein Unternehmen kämpfen. So oder so – das Lithium wird sich nicht selbst abbauen, und die ethischen Dilemmata auch nicht.