Der Toyota Century ist seit langem Japans Antwort auf Luxusautos – reserviert für Wirtschaftsführer und Regierungsbeamte, die ihren Reichtum lieber flüstern als schreien lassen. Diese Tradition setzt sich mit dem neuen Century SUV fort, einem chauffeursorientierten Flaggschiff, das über allem steht, was Lexus in Japan verkauft, und dort bei etwa 170.000 Dollar startet, um mit Bentley, Range Rover und Mercedes-Maybach gleichzuziehen, während es Toyotas charakteristische unaufdringliche Ausstrahlung bewahrt.

Nun ist ein leicht gebrauchtes Modell von 2024 bei einem Moskauer Händler aufgetaucht, gelistet von Royal Motors Club, mit nur 1.300 Meilen auf dem Tacho und einem Preisschild, das einen den eigenen Puls prüfen lässt: 52,9 Millionen Rubel, etwa 737.000 Dollar zum aktuellen Wechselkurs. Das ist mehr als das Vierfache seines ursprünglichen japanischen Marktpreises und macht es zu einem der teuersten Toyota-badged Fahrzeuge weltweit.

Das Fahrzeug ist in nahezu neuwertigem Zustand und kommt mit einer Vollschutzfolie – vermutlich um vor den entsetzten Blicken der Betrachter zu schützen. Aber der außergewöhnliche Aufschlag hat wenig mit dem Century selbst zu tun, sondern alles mit Russlands aktuellem Automarkt, wo westliche Hersteller den offiziellen Betrieb eingestellt haben, sodass Luxusfahrzeuge über Parallelimportkanäle mit zusätzlichen Versandkosten, Importproblemen und Mittelsmännern, die auf ihren Anteil aus sind, ins Land kommen.

Unter der Haube steckt nicht der V12-Motor Ihres Großvaters. Der SUV hat einen Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang: einen 3,5-Liter-V6 mit Elektromotoren, der etwa 406 PS leistet, plus Toyotas E-Four Advanced Allradsystem und einen Akku für begrenztes rein elektrisches Fahren. Effizienz, von der seine Vorgänger nur träumen konnten, obwohl der Spritverbrauch bei diesem Preis wohl das Letzte ist, woran ein Käufer denkt.

Die wahre Magie spielt sich hinter dem Fahrer ab. Der Innenraum tauscht eine traditionelle Bank gegen zwei hochverstellbare Executive-Sitze mit Heizung, Belüftung, Massage und elektrischen Fußstützen – quasi ein First-Class-Flugzeugsitz auf Rädern. Es gibt eigene Unterhaltungsbildschirme, Klapptische, Vier-Zonen-Klimaautomatik, Premium-Audio, elektrochrome Heckscheiben, ein Panoramadach, elektrisch ausfahrbare Seitenstufen, einen Alcantara-Himmel und eine Glastrennwand zwischen Passagieren und Laderaum. Schalldämmung hat Priorität, denn nichts sagt Luxus wie das Nicht-Hören des Weinens Ihres Geldbeutels.

Toyota baut den Century SUV in sehr begrenzten Stückzahlen – Berichten zufolge nur etwa 30 pro Monat –, was ihn außerhalb Japans schwer zu bekommen macht. Für wohlhabende Käufer, die etwas Selteneres als einen Bentley Bentayga oder Range Rover suchen, bietet der Century Exklusivität, die man anderswo nicht einfach mit Geld kaufen kann. Ob jemand tatsächlich fast drei Viertel einer Million Dollar für dieses Exemplar bezahlen wird, bleibt abzuwarten, aber die Anzeige ist eine bemerkenswerte Fallstudie darüber, wie Angebotsbeschränkungen, Importkomplikationen und Exklusivität den Wert über jedes vernünftige Maß hinaus aufblähen können.

Zum Vergleich: Dieser Preis katapultiert diesen Toyota in die gleiche Liga wie exotische Supersportwagen und Ultra-Luxus-Limousinen. Absurd für ein Toyota-Abzeichen, sicher, aber der Century war nie ein gewöhnlicher Toyota.