Kanzler John Healey hat beschlossen, den Supermarkt-Sheriff zu spielen, und erklärt, die Regierung sei bereit, einzuschreiten und zu verhindern, dass die Öffentlichkeit "an der Zapfsäule oder an der Kasse abgezockt" wird, während der Iran-Krieg seinen ungebetenen Auftritt in der britischen Wirtschaft fortsetzt. In einer Wochenendkolumne versicherte er uns, es gebe "keine signifikanten Beweise für sogenannte Preisabzocke" – noch nicht, aber die Minister würden "genau beobachten", ob es Anzeichen für Profitgier gebe. Denn nichts sagt 'wir vertrauen euch' so sehr wie eine Drohung.

Healey balanciert auf einem wirtschaftlichen Seil, während der Energieschock aus dem Nahostkonflikt die Lebenshaltungskostenkrise neu entfacht. Letzte Woche hielt die Bank of England die Zinssätze stabil und warnte, dass eine Eskalation des Iran-Krieges die Inflation im nächsten Jahr auf über 4% treiben könnte. Das ist die Art von Prognose, die Haushalte dazu bringt, ihre Kontostände zu überprüfen und zu seufzen.

"Der Konflikt betrifft unsere nationale Sicherheit, unsere britischen Stützpunkte, unser Personal und unsere Verbündeten im Nahen Osten", schrieb Healey im Sunday Telegraph, "aber er bedroht auch unsere wirtschaftliche Sicherheit: Er wirkt sich auf die Familienfinanzen von Millionen Briten aus." Er räumte auch ein, dass Unternehmen unter Druck stehen, und merkte an, dass "Konflikte und Unsicherheit die Inflation erhöhen, das Wachstum gefährden und die Kosten für Unternehmen und Regierungen gleichermaßen in die Höhe treiben."

Seine Kommentare zur Profitgier haben die Bühne für einen neuen Schlagabtausch zwischen Regierung und Einzelhändlern bereitet. Erinnern Sie sich, als Rachel Reeves, damals Kanzlerin, eine Obergrenze für Lebensmittelpreise ins Spiel brachte, um die Inflation einzudämmen? Das kam an wie ein Bleiballon, und Stuart Machin, Vorstandsvorsitzender von Marks & Spencer, nannte die Pläne "völlig absurd". Nun legt das British Retail Consortium nahe, dass Healey sich auf die wahren Übeltäter konzentrieren sollte: Steuererhöhungen, einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und der Gewerbesteuer.

Andrew Opie vom British Retail Consortium, das große Namen wie Sainsbury's, Tesco und Asda vertritt, konterte: "Supermärkte agieren in einem hart umkämpften Umfeld und liefern das erschwinglichste Essen in Westeuropa. Die unabhängige Wettbewerbsbehörde der Regierung, die CMA, hat wiederholt festgestellt, dass der harte Wettbewerb zwischen Einzelhändlern, nicht staatliches Eingreifen, die Lebensmittelpreise so niedrig wie möglich gehalten hat." Übersetzung: Wir tun bereits unseren Teil, danke.