Ex-Wasserchef angeklagt, angeblich Tests gefälscht zu haben, um 45 Millionen Pfund Strafen zu vermeiden – nur ein 'historischer' Ausrutscher, sagt Unternehmen
Der Ex-Chef von Southern Water und drei weitere wurden angeklagt, angeblich Wassertests gefälscht zu haben, um 45 Millionen Pfund Strafen zu vermeiden; das Unternehmen sagt, es sei jetzt 'völlig anders' – abgesehen davon, dass es immer noch untersucht wird.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Southern Water, Matthew Wright, wurde zusammen mit drei weiteren Personen angeklagt, angeblich ein System zur Manipulation von Wasserqualitätstests orchestriert zu haben, um damit etwa 45 Millionen Pfund an finanziellen Strafen zu umgehen. Das System, das laut Staatsanwaltschaft von 2012 bis 2017 lief, beinhaltete, Abwasser per Tankwagen abtransportieren zu lassen, um „Null-Durchfluss“-Ergebnisse zu erzeugen und so fehlgeschlagene Tests und die damit verbundenen Geldstrafen zu vermeiden.
Wrights Anwalt besteht darauf, dass er „alle Vorwürfe bestreitet und vollumfänglich kooperiert“ habe mit den Ermittlungen der Umweltbehörde. Southern Water selbst bezeichnete die Anklage als „historische Reihe von Versäumnissen“, die in einer internen Untersuchung aufgedeckt wurden, und betonte, dass das Unternehmen jetzt ein „völlig anderes“ sei – vermutlich eines, das nicht so oft erwischt wird.
Die Umweltbehörde beantragte im vergangenen Jahr eine Vorladung gegen die vier, aber Wright erhob rechtliche Einwände mit der Begründung, die Behörde habe nicht die Befugnis, Betrug zu verfolgen. Zwei hochrangige Richter wiesen diese Einwände am Mittwoch zurück und entschieden, dass die Behörde sehr wohl Straftaten verfolgen könne, die „förderlich oder nebensächlich“ für ihre Aufgaben seien – wie zum Beispiel, dass die Abwassertests nicht manipuliert werden.
Laut Gerichtsakten zielte die angebliche Verschwörung darauf ab, „Umweltverschmutzung zu vertuschen und diejenigen zu täuschen, deren Aufgabe es ist, die Öffentlichkeit vor solchen Schäden zu schützen.“ Die vier Angeklagten – Wright, Philip Barker, Clive Massey und Mark Gregory – sollen am 14. Juli vor dem Medway Magistrates' Court erscheinen. Unabhängig davon sieht sich Southern Water selbst Dutzenden von Anklagen wegen Verstößen gegen Umweltgenehmigungsauflagen zwischen 2013 und 2017 gegenüber.
In diesem Zusammenhang ergab eine Analyse von Wrights Gehalt von 2011 bis 2016, dass er in seinem letzten vollständigen Jahr bei dem Unternehmen 715.900 Pfund verdiente und im Jahr davor fast 2 Millionen Pfund, dank eines langfristigen Leistungsanreizbonus von 1,25 Millionen Pfund. Denn nichts sagt „Anreiz“ so sehr wie ein Bonus, während man angeblich die Bücher frisiert.
Drei weitere ehemalige Mitarbeiter – Terry Stephens, David James und Mark Butler – wurden ebenfalls wegen Verstößen gegen Umweltgenehmigungen angeklagt. Butler, anscheinend der Überflieger, sieht sich acht Anklagepunkten gegenüber.
The Good Times
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