Chinesische Natrium-Batterie erreicht überraschende Parität mit Tesla-Technik, Wissenschaftler mäßig beeindruckt
Eine chinesische Natrium-Batterie erreicht fast die Leistung von Teslas Lithium-Ionen-Technik und beweist, dass auch häufige Elemente ausreichen können – mit ein paar Einschränkungen bei Kälte und mysteriösen Kupferklumpen.
Eine Natrium-Ionen-Batterie des chinesischen Herstellers Hina hat, allen Widrigkeiten und vielleicht einigen hochgezogenen Augenbrauen zum Trotz, eine Leistung und Fertigungsqualität erreicht, die mit Teslas gepriesenen Lithium-Ionen-Batterien vergleichbar ist. Die in Cell Reports Physical Science veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass Natrium – ein Element, das so häufig vorkommt, dass es praktisch unter unseren Füßen liegt – eine billigere Alternative für Elektrofahrzeuge und Netzspeicher werden könnte, vorausgesetzt, wir bringen es dazu, in der Kälte zu laden.
Forscher der RWTH Aachen unter der Leitung von Moritz Schütte unterzogen 120 Hina-Zellen einer gründlichen Prüfung mittels Impedanzspektroskopie, Röntgenstrahlen und guter alter Demontage. Sie fanden heraus, dass das tablose Design mit doppeltem Aluminium-Stromabnehmer der Batterie stark an Teslas eigene Architektur erinnert – was entweder Schmeichelei oder ein sehr spezifischer Zufall ist. „Wir waren positiv überrascht, wie einheitlich die Zellen sind“, gab Schütte zu, als hätte er ein Natrium-betriebenes Desaster erwartet.
Die Batterie funktionierte bewundernswert über Temperaturen von -20 °C bis 45 °C, obwohl das Laden bei niedrigen Temperaturen eine „klare Schwäche“ bleibt – denn nichts sagt „bereit für den Winter“ wie eine Batterie, die in der Kälte schmollt. Das Team entdeckte zudem unerwartet hohe und ungleichmäßig verteilte Kupferkonzentrationen in der Kathode, was Schütte zufolge „interessante Fragen zu ihrer Rolle bei Leistung und Alterung aufwirft“. Mit anderen Worten: weitere mysteriöse Metalle, die es zu klären gilt.
Die Häufigkeit von Natrium könnte Kosten senken und Lieferkettenprobleme reduzieren, aber heutige Natrium-Ionen-Zellen hinken in der Energiedichte immer noch hinter Lithium-Ionen her. Schüttes Team plant, sich auf die Verbesserung des Ladens bei niedrigen Temperaturen und die Optimierung von Hartkohle-Anoden und Elektrolyten zu konzentrieren. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt, denn offenbar wollen sogar Bürokraten billigere Batterien.
The Good Times
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