Der Hype um humanoide Roboter ist nicht gerade eine Neuigkeit – dank Elon Musks Optimus und Boston Dynamics' Atlas wird uns seit Jahren ein Roboter-Butler versprochen. Aber diesmal gibt es echte Fortschritte: Roboter-Körper werden besser, und Forscher glauben, dass die KI-Tricks hinter großen Sprachmodellen es diesen Maschinen ermöglichen könnten, fast jede Aufgabe zu lernen. Natürlich bringt das eine neue Welle von Unternehmen dazu, sich um ein Stück vom Roboter-Gewinnkuchen zu reihen, und überraschend viele davon sind chinesische Autobauer.
Nehmen wir zum Beispiel Xpeng. Dessen Robotik-Sparte hat gerade über 900 Millionen Dollar an Finanzmitteln eingesammelt, bei einer Bewertung von über 6,3 Milliarden Dollar nach der Finanzierungsrunde, angeführt von IDG Capital mit Gastauftritten von Gaorong Ventures, Tencent und Alibaba. Xpeng bezeichnet dies stolz als die größte einrundige private Finanzierung in Chinas 'Embodied-AI'-Branche – was für Uneingeweihte bedeutet, dass KI buchstäblich in Maschinen eingebaut ist, statt in der Cloud zu leben. In der Zwischenzeit bereitet sich Chery Automobiles Robotik-Abteilung AiMOGA angeblich auf einen Börsengang vor, BYD hat gerade einen Humanoiden namens Xiao Di vorgestellt, und Changan, GAC, Li Auto, SAIC und Seres experimentieren ebenfalls mit Humanoiden.
Aber Xpeng behält Tesla am genauesten im Auge, sagt Michael Dunne, CEO der Beratungsfirma Dunne Insights. 'Es ist am stärksten auf Autonomie fokussiert, es ist das erste, das sich in großem Stil auf humanoide Roboter einlässt', sagte Dunne gegenüber TechCrunch. Er schreibt das dem Gründer He Xiaopeng zu, einem Tech-Milliardär, der für schnelle Wendungen bekannt ist und 'in naher Zukunft hauchdünne Gewinne bei Autos sieht. Roboter sehen viel vielversprechender aus.' So vielversprechend, dass Xiaopeng und Co-Präsident Brian Gu persönlich etwa 100 Millionen Dollar in die jüngste Runde gesteckt haben. Ihre Wette gilt Iron, einem humanoiden Roboter, der für den kommerziellen Einsatz entwickelt wurde – denn wer will nicht einen metallenen Kollegen mit realistischer menschlicher Form?
Chinesische Autobauer haben durchaus einen Fertigungsvorteil, wie Dunne anmerkt: 'Sie haben die gesamte Hardware, um die Arbeit zu erledigen. Die Frage ist, ob sie Tesla bei der KI-Seite der Gleichung einholen können.' Und sie sind nicht allein im Rennen. Agility Robotics, Apptronik und Figure jagen alle denselben Traum von Massenmarkt-Robotern. Hyundai-eigenes Boston Dynamics kommt erschreckend nah: Hyundai plant, Atlas dieses Jahr in sein Georgia-Werk zu bringen, mit Teilebereitstellung bis 2028, und eröffnet ein Robot-Metaplant-Anwendungszentrum in den USA, um Robotern die feine Kunst des Hebens und Drehens beizubringen. Sogar Zulieferer Mobileye mischt mit und übernimmt das Humanoid-Startup Mentee Robotics für 900 Millionen Dollar, und Rivians Mind Robotics-Ausgründung spielt mit Robotern – obwohl ihre nicht ganz so humanoid aussehen werden. Die Zukunft kommt also, und sie bringt offenbar Roboter in eine Fabrik in Ihrer Nähe.
The Good Times
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