Wissenschaftler finden endlich heraus, warum Japans Tsunami 2011 so unhöflich war
Eine versteckte, rutschige Tonschicht unter dem Pazifik machte Japans Erdbeben und Tsunami von 2011 noch zerstörerischer, weil es natürlich so kommen musste.
Forscher haben endlich den geologischen Übeltäter hinter Japans verheerendem Erdbeben und Tsunami von 2011 identifiziert: eine dünne, rutschige Tonschicht, die offenbar keine Ruhe geben konnte. Die in Science veröffentlichte Entdeckung erklärt, warum das Beben der Stärke 9,1 einen Tsunami auslöste, der fast 20.000 Menschen tötete und Schäden in Höhe von über 200 Milliarden Dollar verursachte.
Laut der Studie wirkte eine 30 Meter dicke Schicht aus pelagischem Ton unter dem Japan-Graben wie eine natürliche „Reißlinie“, die es der Verwerfung ermöglichte, bis zum Meeresboden zu brechen. Dadurch verschob sich der Meeresboden in nur sechs Minuten um atemberaubende 40 bis 60 Meter. „Das entspricht der gesamten Fläche zwischen Los Angeles und San Francisco, die sich in sechs Minuten um 40 bis 60 Meter verschiebt“, sagte Co-Autorin Christine Regalla von der Northern Arizona University. „So etwas haben wir noch nie gesehen.“ Die Forscher bohrten 8.000 Meter tief in den Meeresboden an Bord des Forschungsschiffs Chikyu – eine Leistung, die vom Guinness-Buch der Rekorde als tiefstes wissenschaftliches Meeresbohrprojekt aller Zeiten anerkannt wurde – und fanden die Tonschicht zwischen viel stärkerem Gestein eingebettet. Der Ton, der sich über Millionen von Jahren aus mikroskopisch kleinen Partikeln gebildet hat, ist außergewöhnlich weich und rutschig, sodass sich Brüche leicht ausbreiten können.
Da sich diese Tonschicht über Hunderte von Kilometern entlang des Japan-Grabens erstreckt, könnte die Region anfälliger für flache Erdbeben sein als bisher angenommen. „Japan ist weltweit führend in der Erdbeben- und Tsunami-Vorsorge, aber selbst sie waren auf das, was 2011 geschah, nicht vorbereitet“, sagte Regalla. Die Ergebnisse könnten Wissenschaftlern helfen, andere Gebiete zu identifizieren, die für Mega-Erdbeben und Tsunamis anfällig sind, und möglicherweise Bauvorschriften und Evakuierungspläne beeinflussen. Schließlich, wie Regalla anmerkte, „betrifft ein Erdbeben und Tsunami in Japan nicht nur die Menschen vor Ort – es betrifft auch die Menschen in den Häfen und die Menschen auf der anderen Seite des Ozeans.“ Also, wissen Sie, danke dafür, Ton.
The Good Times
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