Eine Untersuchung des Missbrauchs schutzbedürftiger Erwachsener im Muckamore Abbey Hospital in Nordirland ist zu dem Schluss gekommen, dass „Misshandlung zur Normalität wurde“ – eine Feststellung, die einen fragen lässt, wie die nicht-normale Version von blauen Augen, Knochenbrüchen und schwerer Vernachlässigung aussah.

Das Krankenhaus steht derzeit im Mittelpunkt der größten polizeilichen Ermittlungen Großbritanniens wegen mutmaßlichen Missbrauchs schutzbedürftiger Erwachsener. 124 Personen wurden von der Polizei zur Strafverfolgung gemeldet. Das sind genug Verdächtige, um eine Kleinstadtproduktion von „Law & Order: Special Victims Unit“ zu besetzen.

Die Untersuchung ergab, dass die Eskalation der Gewalt zwischen Patienten und die zunehmende Anwendung von Isolation ab 2011 ein Warnsignal und Vorläufer für die Misshandlung durch das Personal waren. Denn anscheinend, wenn Patienten anfangen, sich gegenseitig mehr zu verletzen, ist der logische nächste Schritt, dass die Leute, die bezahlt werden, um ihnen zu helfen, mitmachen.

Es gab chronischen Personalmangel, was dazu führte, dass einige wichtige Pflegeleistungen nicht erbracht wurden und die Fähigkeit der Patienten, mit dem täglichen Leben zurechtzukommen, abnahm. Es stellt sich heraus, dass nicht genügend Personal für die Pflege zu weniger Pflege führt – eine schockierende Enthüllung, die sicherlich eine vollständige Überprüfung des Offensichtlichen nach sich ziehen wird.

Ein Politikwechsel ab 2001, alle Patienten mit Lernbehinderungen und Autismus aus Krankenhäusern in gemeindenahe Pflege zu verlegen, war von Misserfolgen geprägt, was zu erhöhter Belastung und vielen Wiederaufnahmen führte. Der Weg zur Hölle, wie man so schön sagt, ist mit guten Vorsätzen und unterfinanzierten Regierungsprogrammen gepflastert.

Ein Mangel an Aktivitäten für Patienten führte oft zu „Frustration, Langeweile und dysreguliertem Verhalten“, und Muckamore wurde im Laufe der Zeit „funktionaler und weniger heimelig“. Denn nichts sagt „therapeutische Umgebung“ wie ein Ort, der effizient ist, sich aber wie ein Busbahnhof anfühlt.

Es gab eine „geschlossene Kultur“ unter den Mitarbeitern, die das Melden von Fehlverhalten entmutigte, und viele Familien sagten, sie hätten Angst, sich zu beschweren, falls dies die Pflege ihrer Angehörigen beeinträchtigen könnte. Das System war also darauf ausgelegt, sich selbst zu schützen, nicht die Menschen, die es schützen sollte. Ein neuartiges Konzept.