Trump-Verwaltung legt Cyclospora-Forschung auf Eis, während rekordverdächtiger Ausbruch 30.000 Fälle erreicht
Während ein rekordverdächtiger Cyclospora-Ausbruch fast 30.000 Menschen krank macht, beschließt das USDA, seine Forschung einzustellen – denn warum ein Problem untersuchen, wenn man es einfach schwelen lassen kann?
Die Trump-Verwaltung hat entschieden, dass jetzt – mitten im größten Cyclospora-Ausbruch in der US-Geschichte – der perfekte Zeitpunkt ist, um die Erforschung von Cyclospora einzustellen. Laut Politico entzieht das USDA zwei seiner drei Cyclospora-Forschungsprogramme die Finanzierung, und das dritte steht kurz davor, jeden einzelnen Wissenschaftler zu verlieren. Das Beltsville Agricultural Research Center nahe Washington, D.C. wird geschlossen, die verbleibende Arbeit wird nach Iowa verlegt. Aber hier ist der Clou: Keiner der Wissenschaftler plant umzuziehen. Sie gehen in den Ruhestand, werden versetzt oder verlassen die Forschungseinrichtungen des USDA ganz. Wie ein USDA-Mitarbeiter es ausdrückte: „Sie werden keine Parasitologen haben. Es wird eine große Wissenslücke geben.“ Das kann man wohl sagen.
Das Timing ist, sagen wir mal, unglücklich. Das CDC hat in diesem Sommer fast 30.000 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von Zyklosporiasis gezählt, mit mindestens 922 Krankenhauseinweisungen und zwei Todesfällen. Zum Vergleich: In den USA werden seit 2018 typischerweise zwischen 2.000 und 5.000 Fälle pro Jahr gemeldet, obwohl 2025 mit 1.180 Fällen eher bescheiden war. Also ja, das ist ein rekordverdächtiger Ausbruch, und wir wählen genau diesen Moment, um die Forschung zu vernachlässigen.
Cyclospora ist ein besonders eigenwilliger Parasit. Anders als E. coli oder Salmonellen wächst und vermehrt er sich nur im menschlichen Darm, nicht unter Laborbedingungen. Er kann intermittierend oder in geringer Konzentration ausgeschieden werden, was wiederholte Stuhlproben von Infizierten erfordert – denn wer liebt nicht eine gute Stuhlprobe? Sein Genom ist viel größer als das von Bakterien, was die Sequenzierung teuer und mühsam macht. Und er vermehrt sich sexuell, was bedeutet, dass jede Generation ein genetisches Gemisch ist, was die Rückverfolgung auf kontaminierte Lebensmittel erschwert. Bakterien hingegen sind asexuelle Klone, leicht zu verfolgen. Angeber.
Forscher hofften, dass dieser Ausbruch eine Goldgrube für das Verständnis des Parasiten sein würde. „Wir sehen diesen aktuellen Ausbruch als eine enorme Gelegenheit, wirklich viele Proben zu bekommen, die uns helfen könnten, diese Ausbrüche besser zu verstehen“, sagte ein USDA-Mitarbeiter gegenüber Politico. Aber diejenigen, die an den gestrichenen Programmen arbeiten, dürfen nun keine weitere Forschung betreiben und können nur noch Proben aus früheren Ausbrüchen aufbewahren. Die Unterbrechung, so Experten, werde schwer zu überwinden sein. Joelle Mosso von der Western Growers Association, die Produzenten von Frischgemüse vertritt, merkte an: „Der größere Effekt ist, dass es nur sehr wenige Menschen auf der Welt gibt, die diese [Parasiten] untersuchen. Es geht nicht nur darum, das Labor zu ersetzen. Es dauert Jahrzehnte, um Fachwissen aufzubauen.“ Jahrzehnte, die wir offenbar nicht haben.
The Good Times
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