Theo Baker kam als Programmierer nach Stanford und plante, sich den Weg zum Startup-Ruhm zu hacken. Stattdessen verbrachte er vier Jahre damit, aufzudecken, wie das Risikokapital-Ökosystem der Universität ehrgeizige Teenager in wandelnde Investitionsmöglichkeiten verwandelt – und schrieb ein Buch darüber. Im ersten Semester brach er die Geschichte, die Stanford-Präsident Marc Tessier-Lavigne zum Rücktritt zwang, und erhielt dafür einen George Polk Award und einen Warner-Brothers-Optionsvertrag. Nun, kurz vor dem Abschluss, veröffentlicht Baker „How to Rule the World“, eine Chronik der hinterhältigen Talent-Abschöpfungsmaschinerie von Stanford.
Bakers Reise begann mit einem Hobby: Er trat der Studentenzeitung bei, um sich seinem verstorbenen Großvater nahe zu fühlen. Dieses Hobby entwickelte sich zu einer Untersuchung von Tessier-Lavignes wissenschaftlichem Fehlverhalten, angetrieben durch anonyme Kommentare auf einer Seite namens PubPeer. Trotz Gegenwind – darunter eine Untersuchung des Kuratoriums, die von einem Mitglied mit einem 18-Millionen-Dollar-Anteil an Tessier-Lavignes Biotech-Firma beaufsichtigt wurde – blieb Baker hartnäckig. Der Präsident reagierte nie auf Bitten um Stellungnahme, sondern verurteilte Bakers Berichterstattung stattdessen vor der gesamten Fakultät als „atemberaubend unverschämt“. Der Präsident trat trotzdem zurück.
Der Buchtitel ist wörtlich gemeint: ein geheimer Kurs namens „How to Rule the World“, unterrichtet von einem Silicon-Valley-CEO, in dem Studenten nicht programmieren, sondern netzwerken lernen. Es ist Teil eines größeren Systems, in dem VCs ältere Studenten einsetzen, um Erstsemester anzuwerben, Yachtpartys Vorlesungen ersetzen und die wichtigste Qualifikation ist, wen man kennt. Baker merkt an, dass der Beitritt zu großen Unternehmerclubs inzwischen ein „Anti-Signal“ ist – echte Gründer versammeln sich angeblich in geheimen Zulieferergruppen, denn nichts sagt Authentizität so sehr wie Exklusivität.
Baker kam an, als FTX zusammenbrach und ChatGPT startete, und beobachtete, wie Krypto-Befürworter mit der Geschwindigkeit eines Startup-Pivots auf KI umschwenkten. „Es ist gerade einfacher, Geld für ein Startup zu sammeln, als ein Praktikum zu bekommen“, bemerkt er, was je nach Risikobereitschaft entweder inspirierend oder erschreckend ist. Sein Rat an Studienanfänger: Tut Dinge aus den richtigen Gründen, nicht weil sie einfach sind – oder weil ihr reich werden wollt. Was seine eigenen Pläne betrifft, sagt Baker, er habe sich in den Journalismus verliebt. „Es ist eher ein Temperament, fast eine Krankheit, als ein Beruf.“ Vermutlich einer, der weniger einbringt als der eines Gründers, aber bessere Geschichten bietet.