Als Leannes Beziehung Ende zwanzig endete, dachte sie, ihr Traum vom Hauskauf in ihrer Heimatstadt müsste warten. Sie hatte ein gutes Gehalt, aber Immobilien mit Garten und Parkplatz waren für sie allein unerschwinglich. Sie hatte gerade jemand Neuen kennengelernt, aber es war viel zu früh, um über Zusammenziehen zu sprechen.
Dann kam Sarah, ihre Schulfreundin, die single war und ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Brighton mietete. Sie wollte zurück nach Kent, machte sich aber Sorgen, mit ihrem Gehalt als Flugbegleiterin auf der Immobilienleiter voranzukommen. Als Sarah vorschlug, gemeinsam zu kaufen, war Leanne 'total entsetzt'. Aber nach einem Gespräch mit einem Hypothekenberater machten sie es – und es half ihnen, die sogenannte 'Single-Steuer' zu umgehen.
Single zu sein kann teuer sein. Schätzungen zufolge kostet es je nach Wohnort zwischen ein paar hundert Pfund und 10.000 Pfund extra pro Jahr. Miete, Rechnungen und Abos können nicht geteilt werden, und eine Einzelperson zahlt 25% weniger Gemeindesteuer als ein Paar – nicht die Hälfte. Dann gibt es noch die Paar-Rabatte: 2-für-1-Kinotickets, Two-Together-Bahncards, Paar-Fitnessstudio-Mitgliedschaften, und Alleinreisende zahlen oft einen Einzelzimmerzuschlag.
Das betrifft viele Menschen. Im Jahr 2024 waren 18,5 Millionen Menschen nie verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft – 36,8% der Bevölkerung ab 16 Jahren. Und 8,6 Millionen Menschen lebten letztes Jahr allein im Vereinigten Königreich, fast ein Drittel aller Haushalte.
Sarah und Leanne planten sorgfältig: Sie vereinbarten, mindestens zwei Jahre zusammenzuleben (später auf vier verlängert), besprachen Ausstiegsstrategien, teilten die Hypothekenzahlungen proportional zu ihren Gehältern auf und erstellten eine Treuhanderklärung. Sie teilten die Haushaltsrechnungen über ein gemeinsames Konto, wobei die selbsternannte 'Rechnungsverwalterin' Sarah die Überweisungen verfolgte. Sie teilten sogar Mahlzeiten und kochten zusammen, um Kosten zu sparen.
'Wir nannten es unser glückliches Zuhause, nicht unser Zuhause für immer', sagt Leanne. 'Und es war ein sehr glückliches Zuhause', stimmt Sarah zu.
Die Homeowner's Alliance weist darauf hin, dass der Kauf mit Freunden ein größeres Eigenkapital und Budget bedeuten kann, warnt aber davor, die Fallstricke ernsthaft zu bedenken – sei offen über Finanzen, hol dir separate rechtliche Beratung und schließe eine formelle Vereinbarung ab.
Sarah und Leanne verkauften ihr Haus nach vier Jahren mit Gewinn und nutzten das Eigenkapital für separate Käufe. Sarah sagt: 'Keine von uns hätte das tun können, was wir getan haben, ohne die Immobilie, die wir zusammen hatten.' Leanne fügt hinzu, dass die versteckte Single-Steuer darin besteht, dass alles länger dauert, um es sich leisten zu können.
Ihr Erfolg inspirierte Freundin Philly dazu, Cucoon zu gründen, eine Online-Plattform, die Singles zum gemeinsamen Kauf zusammenbringt. Ihr Ziel ist es, 'die Spielregeln fair zu gestalten', und sie weist darauf hin, dass die Single-Steuer besonders hoch im Wohnungsbereich ist.
Julia Pearson aus Hampshire gründete Just4One vor neun Jahren, nachdem sie entdeckte, dass viele Urlaubsorte Alleinreisende extra zur Kasse baten. Die Plattform listet Reiseanbieter ohne Einzelzimmerzuschlag. Sie sagt, Single zu sein fühle sich an wie eine 'ständige Überprüfung deiner Kosten'. Sie hat auch versucht, einen benannten Fahrer zu ihrer Autoversicherung hinzuzufügen, was 8% sparte – der RAC schlägt das vor, warnt aber, dass es auch die Prämien erhöhen kann.
Julia teilt Gegenstände mit Freunden, leiht sich Werkzeug für Renovierungen und verschenkt Pflanzensetzlinge. 'Als Gesellschaft werden wir sozialer in Bezug auf unser Teilen und Denken', sagt sie. 'Statt zu denken: "Ich muss das kaufen", überlege, wie du es sonst spielen kannst.'
Ist der Kauf mit Freunden also die Antwort auf einen schwierigen Immobilienmarkt? Oder nur ein Weg, die Single-Steuer zu vermeiden? Wie auch immer, es ist eine Erinnerung daran, dass das Teuerste im Leben vielleicht das Fehlen eines Plus-Eins ist.