Eine Gruppe italienischer Nonnen liegt in einem himmlischen Kampf mit den örtlichen Behörden über einen Strandclub, den sie seit 1946 betreiben – ein Beweis dafür, dass selbst die Frommen nicht immun gegen die bürokratische Reichweite der EU sind.

Der Streit, von der lokalen Presse als 'heiliger Krieg' bezeichnet, dreht sich um Bagni Gino Garrone, einen 50 Meter langen Sandabschnitt in der ligurischen Stadt Spotorno, der von Nonnen des Ordens Suore di Carità di Santa Maria verwaltet wird. Der Gemeinderat hat die Konzession unter Berufung auf EU-Strandkonzessionsgesetze und regionale Quoten für freie Strände öffentlich ausgeschrieben, sehr zum Leidwesen der Schwestern.

Die Nonnen, die wie jede andere private Konzession Liegen und Sonnenschirme vermieten, behaupten, dass ihre Einnahmen wohltätige Zwecke finanzieren, darunter eine Vorschule und ein Sommerstrandlager. Doch da die Regelung, die sie von kommerziellen Vorschriften befreite, nun nicht mehr gilt, hat Bürgermeister Mattia Fiorini ihnen mitgeteilt, dass sie an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen müssen, wenn sie ihr sandiges Lehen behalten wollen.

Während einer öffentlichen Debatte forderte Schwester Miranda, eine Nonne in den 80ern, den Bürgermeister heraus: 'Es gehört uns. Warum will die Gemeinde uns unseren Strand wegnehmen? Wenn sie das tun, können wir nicht einmal die Schule weiterführen.' Fiorini blieb ungerührt und bestand darauf, dass sie 'wie alle anderen' an der Ausschreibung im Herbst teilnehmen.

Der Plan des Bürgermeisters würde Spotorno zu einem frühen Anwender der EU-Bolkestein-Richtlinie machen, die Italien verpflichtet, private Strandkonzessionen bis zum 30. Juni 2027 auszuschreiben. Aufeinanderfolgende italienische Regierungen haben sich diesem Schritt zwei Jahrzehnte lang widersetzt, um den mächtigen Konzessionsinhabern entgegenzukommen, aber die Regierung von Giorgia Meloni gab schließlich dem Druck aus Brüssel und von innerstaatlichen Gerichten nach.

Der Betrieb als 'freier ausgestatteter Strand' – wo der Zugang frei ist und Besucher optional Liegen mieten können – wäre weitaus weniger profitabel, argumentieren die Nonnen. Nun stehen die Schwestern vor der Wahl: im säkularen Markt konkurrieren oder auf ein Wunder hoffen. Wie das Sprichwort sagt: 'Hilf dir selbst, so hilft dir Gott' – aber anscheinend hilft er bei EU-Richtlinien nicht viel.