Der NASA-Rover Curiosity, der derzeit über den Mars tuckert, beschloss, zu einem Flecken Boden zu fahren, der aus dem Orbit glatt und einladend aussah. Denn wenn uns Orbitalbilder eines gelehrt haben, dann, dass man der Vogelperspektive eines fremden Planeten immer vertrauen kann.

Am Montag plante der Rover drei Sols (das sind Marstage für dich und mich) in Erwartung eines US-Bundesfeiertags. Der Arbeitsplatz war etwas stachelig, sodass das Dust Removal Tool (DRT) des Rovers keinen schönen sauberen Fleck fand. Trotzdem gab sich das Wissenschaftsteam zufrieden, untersuchte Grundgesteinsziele wie „Rio Baker“ mit dem Alpha Particle X-ray Spectrometer (APXS) und dem Mars Hand Lens Imager (MAHLI) und zappte „Rica Aventura“ und „Tabebuia“ mit dem Laser von ChemCam. Sie spähten auch in die Ferne zum Cordillera-Basis-Aufschluss, denn warum nicht?

Nach alledem fuhr Curiosity etwa 35 Meter (115 Fuß) zu einem Gebiet, das auf allen verfügbaren Bildern glatt aussah. Das Team hoffte auf einen guten DRT-Platz. Spoiler: Sie lagen falsch.

Als die Bilder nach der Fahrt am Donnerstagmorgen eintrafen, erlebte das Team eine Überraschung. Der Parkplatz war aus der Nähe alles andere als glatt. Polygone, Adern, Schichtung – die volle Dröhnung. Die Merkmale sind klein, nur wenige Zentimeter groß, unsichtbar aus dem Orbit oder sogar aus der Ferne. Aber aus der Nähe zeigte das Gelände seine ganze holprige, strukturierte Pracht.

Was also tat das Team? Sie machten mehr Bilder, natürlich. Mastcam knipst ein volles Panorama mit dem linken Auge und Nahaufnahmen mit dem rechten. ChemCam untersucht drei Ziele mit seinem Laser: „Rio Chimore“ (ein helleres Band), „Rio de Lava“ (eine Ader) und „Rio de Salta“ (eines der Polygone). APXS untersucht „Pampa Grande“ und „Iquique Ridge“. MAHLI macht eine Handlinsen-Betrachtung. Denn nichts sagt Planetenwissenschaft wie das Anstarren von Steinen, bis sie ihre Geheimnisse preisgeben.

Curiosity fuhr dann einen Hügel hinauf entlang eines Geländes, das glatt aussah, aber mit winzigen Polygonen übersät war. Das Team wappnet sich für eine weitere Überraschung, die auf zwei Kontinenten widerhallen wird – wo auch immer die erste Person, die die Bilder sieht, gerade ist. Dieses Gelände, so sagen sie, hat viel über die geologische Geschichte des Mars zu sagen. Und es sagt es in polygonalen, aderndurchzogenen, wunderschön holprigen Details.