Die Astronauten der Expedition 74 an Bord der Internationalen Raumstation tun der Menschheit einen soliden Dienst, indem sie untersuchen, wie Pneumonie verursachende Bakterien noch lange nach dem Husten Ihr Herz durcheinanderbringen können. Forscher nutzen die Weltraumumgebung, um aus Stammzellen gewonnene Herzgewebe infizieren zu lassen, in der Hoffnung, neue Wege zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten zu finden – und das alles, während sie herumschweben, als wäre es keine große Sache.

Im Weltraum sind Bakterien im Grunde Tyrannen: Sie werden schwerwiegender und resistenter gegen Medikamente. Wissenschaftler nutzen diese verstärkten Eigenschaften, um die Wirkung der Bakterien auf Herzzellen zu übertreiben und zelluläre Reaktionen sichtbar zu machen, die auf der Erde zu subtil sind. Dr. Palaniappan Sethu, Professor für Medizin und Biomedizintechnik an der University of Alabama in Birmingham, erklärt: „Indem wir die Infektion verschlimmern, erwarten wir eine klare Trennung zwischen Infektions- und Kontrollgruppe, was es einfacher macht, subtile Faktoren zu identifizieren, die die bakterielle Virulenz fördern.“ Übersetzung: Der Weltraum macht Bakterien gemeiner, was sie leichter untersuchbar macht.

Der Übeltäter ist Streptococcus pneumoniae, der Hauptverursacher von ambulant erworbener Pneumonie (CAP), die jährlich Millionen tötet. Mehr als ein Viertel der Erwachsenen, die wegen CAP ins Krankenhaus eingeliefert werden, entwickeln Herzkrankheiten, und Überlebende schwerer Fälle haben auch nach vollständiger Ausheilung der Pneumonie ein erhöhtes Risiko. Ja, die Lungeninfektion, die Sie umbringen wollte, könnte Ihrem Herzen auch noch einen Groll hinterlassen.

Diese Forschung ist auch entscheidend, da Menschen längere Reisen ins All planen. Seit über 25 Jahren dient die Raumstation als schwebendes Labor zur Untersuchung, wie Körper und Mikroben sich außerhalb des Planeten verhalten. Tiefraummissionen brauchen diese Strategien. Dr. Carlos J. Orihuela, Professor für Mikrobiologie an derselben Universität, sagt: „Die Beantwortung dieser Fragen ist essenziell für die Sicherstellung der menschlichen Gesundheit während langer Weltraumreisen und für eine nachhaltige Besiedlung jenseits der Erde. Unsere Experimente werden voraussichtlich neue Erkenntnisse darüber liefern, wie weltraumspezifische Faktoren den Krankheitsverlauf beeinflussen.“ Mit anderen Worten: Wenn wir den Mars kolonisieren wollen, sollten wir besser herausfinden, wie wir nicht an einem bösen Husten sterben.