NASAs Träume von privaten Raumstationen hängen an SpaceX‘ Crew Dragon – den SpaceX bald ausmustern könnte
NASAs Plan für private Raumstationen in den 2030er Jahren hängt von SpaceX‘ Crew Dragon ab, aber SpaceX könnte ihn bald ausmustern, sodass alle nach Alternativen wie einem angeschlagenen Boeing, einem geheimnisvollen Blue Origin oder einem wagemutigen europäischen Startup suchen.
Vor sechs Jahren atmete die NASA endlich auf, als SpaceX‘ Crew Dragon erfolgreich die Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken zur Internationalen Raumstation brachte und damit eine fast zehnjährige Lücke in der US-amerikanischen bemannten Raumfahrt schloss. Die Agentur hatte gehofft, dass ihr milliardenschweres Commercial-Crew-Programm zwei Anbieter hervorbringen würde – SpaceX und Boeing –, aber Boeings Starliner ist ein einziges Desaster: Ein Testflug im Jahr 2024 wurde als Typ-A-Unfall eingestuft, und ein bemannter Flug ist vor 2028 unwahrscheinlich. Nun, da die ISS Anfang der 2030er Jahre ausgemustert werden soll, setzt die NASA auf private Raumstationen von Axiom Space, Vast Space, Voyager, Blue Origin und möglicherweise SpaceX selbst. Crew Dragon scheint das naheliegende Taxi zu sein, aber es gibt einen Haken: SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell hat angedeutet, dass das Unternehmen Falcon 9 und Crew Dragon nur für eine begrenzte Anzahl von Jahren fliegen wird, vielleicht weniger als ein Jahrzehnt, während es auf Starship umsteigt. Menschen auf Starship? Nicht vor Mitte der 2030er Jahre, und das Andocken dieser Ungetüme an kleinere Stationen wäre knifflig. Die NASA will, dass Dragon bleibt, aber SpaceX‘ Startaktivitäten verlagern sich auf Starship, sodass die Falcon-9-Produktion nur für Crew Dragon offen bleibt – was die Preise in die Höhe treiben würde. Mehrere Quellen sagen, dass die Kosten für bemannte Starts bereits gestiegen sind. Eine Branchenquelle sagte Ars: „Das ist eine Katastrophe, die nur darauf wartet, passieren.“
Die Alternativen sind dürftig. Boeings Starliner könnte irgendwann funktionieren, aber das Unternehmen hat seine Raumfahrtsparte (einschließlich Starliner) seit eineinhalb Jahren zum Verkauf angeboten – ohne Erfolg, angeblich weil Boeings Preisvorstellung zu hoch ist. Selbst wenn SpaceX die Preise erhöht, kann Boeing weder bei der Zuverlässigkeit (Dragon ist fast 20 Mal erfolgreich geflogen) noch bei den Kosten mithalten, da Starliners Servicemodul abgeworfen wird und teuer zu ersetzen ist. Blue Origin hat still und leise an einem bemannten Fahrzeug für New Glenn gearbeitet und 2021 eine Space-Act-Vereinbarung mit der NASA über Orion-Daten unterzeichnet, aber niemand weiß, wann es fertig sein wird oder wie viel es kosten wird. Dann gibt es noch The Exploration Company, ein europäisches Startup, das gerade ein Büro in der Nähe des Johnson Space Center in Texas eröffnet hat. Gründerin Hélène Huby will ein bemanntes Raumschiff namens Nyx bauen, finanziert von ESA und NASA, mit geschätzten 4 Milliarden Dollar und acht Jahren Entwicklungszeit. Sie hat bereits Frachtverträge mit Axiom Space und Voyager abgeschlossen, und wenn ihnen Nyx gefällt, könnten bemannte Missionen folgen. Denn nichts sagt „zuverlässiges Weltraumtaxi“ wie ein Startup mit einem Traum und einem Blankoscheck.
The Good Times
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