NASAs Erdbeobachtungssatelliten sind da draußen und verfolgen fleißig Aerosole, Meeresspiegel, Bodenbedeckung und Wolkendecke über Jahre und Jahrzehnte. Aber diese Daten am Fließen zu halten, ist nicht nur eine Frage der Ingenieurskraft – es erfordert eine Kristallkugel oder zumindest eine wirklich gute Risikobewertung. Hier kommt Lindsey Jacobson ins Spiel, eine Pathways-Praktikantin am Langley Research Center der NASA, deren Aufgabe es ist, der NASA zu helfen, Störungen vorherzusehen, bevor sie eintreten, damit die leitenden Verantwortlichen nicht in Hektik verfallen, wenn ein Satellit beschließt, einen ungeplanten Urlaub zu nehmen.

Jacobson, die ihre Zeit zwischen Langley und der Fertigstellung ihrer Dissertation im Maschinenbau an der North Carolina State University aufteilt, arbeitet mit dem Team der NASA Earth Science Strategic Integration Environment (NESSIE) innerhalb der Systems Analysis and Concepts Directorate (SACD). Die Mission des Teams: sicherzustellen, dass die Dutzenden von Erdbeobachtungsmissionen weiterhin die Datenprodukte liefern, auf die Wissenschaftler und operative Nutzer angewiesen sind, komme, was wolle – oder auch nur ein verzögerter Start.

„Es gibt Unsicherheiten über die Lebensdauer der Missionen und was im Orbit passieren könnte, und über Zeitpläne“, erklärt Jacobson. Um diese Unsicherheit zu bewältigen, entwickelt sie Analysetools, die dem Team das geben, was sie eine „Voraussichtsfähigkeit“ nennt. Es ist die Fähigkeit, Veränderungen im Portfolio vorherzusehen und Strategien bereit zu haben, sodass die NASA nicht mit heruntergelassenen Hosen erwischt wird, wenn etwas schiefgeht.

Jacobson vergleicht es mit der Hurrikan-Vorbereitung: „Man bringt die Sturmläden an, kauft die Sandsäcke und platziert sie vorab. Wenn dann die Warnung kommt, ist man nicht am Rennen.“ Denn nichts sagt Bereitschaft wie ein Vorrat an Sandsäcken in der Garage, bereit für die Apokalypse.

Die Arbeit ist nicht nur Untergang und Finsternis – manchmal überleben Missionen ihre erwartete Lebensdauer, was eine angenehme Überraschung ist. Aber ob die Nachricht gut oder schlecht ist, das Prinzip gilt: Kenne deine Optionen, bevor du sie brauchst.

Ihre Doktorandenforschung zu komplexen Systemen wie dem Stromnetz – Infrastruktur, die nicht abgerissen und neu aufgebaut werden kann – prägt ihren Ansatz. „Wir haben ein Netz entworfen, und jetzt leben wir für immer mit diesem Netz“, sagt sie. „Was wir tun können, ist zu modifizieren, zu erweitern und zu verbessern, was wir haben.“ Dasselbe gilt offenbar für Erdsatelliten.

Neulinge bei der NASA erwarten vielleicht, dass die technischen Herausforderungen der schwierigste Teil sind, aber Jacobson fand, dass die wahre Hürde die sich verändernde Landschaft der Erdwissenschaft selbst ist. Kommerzielle Unternehmen drängen sich auf, neue Raumfahrtagenturen entstehen, und Technologien entwickeln sich schneller, als man „Orbitalmechanik“ sagen kann. Mit diesem Wandel Schritt zu halten, ist genauso entscheidend wie jede Berechnung.

Und ja, KI mischt mit. Jacobson merkt an, dass Langley eine Geschichte hat, Erster zu sein, und das Team ist bestrebt, diese Serie fortzusetzen, indem es neue Werkzeuge in seinen Arbeitsablauf integriert. „Wir wollen weiterhin die Ersten sein“, sagt sie und wiederholt damit die Direktorin von Langley, Trina Dyal.

Wenn sie nicht gerade Satellitenzukunftsprognosen erstellt, liest Jacobson Bücher, die über den Sinn des Lebens nachdenken – passend für jemanden, dessen Arbeit sich um das große Ganze dreht. Wie sie es ausdrückt: „Die Idee, dass die Erforschung des Weltraums die Menschheit zusammenbringen kann. Diese kosmische Perspektive.“

Wenn Sie also das nächste Mal eine Satellitendatenlücke sehen, denken Sie daran: Irgendwo in Hampton, Virginia, ist Lindsey Jacobson bereits dabei, Sandsäcke bereit.