Nach 241 Tagen im Orbit – das sind etwa acht Monate Weltraumnahrung, Schwerelosigkeitsfrisuren und der schlimmste Arbeitsweg der Welt – kehrten NASA-Astronaut Chris Williams und seine russischen Crewmitglieder Sergey Kud-Sverchkov und Sergei Mikaev am Sonntag endlich zur Erde zurück. Ihre Sojus-MS-28-Kapsel landete um 5:27 Uhr CDT (15:27 Uhr kasachischer Zeit) südöstlich von Dzhezkazgan, unterstützt von einem Fallschirm, der vermutlich genau so funktionierte wie versprochen.

Die Crew verließ die Internationale Raumstation um 2:03 Uhr und beendete damit eine Mission, die sie 3.856 Mal um die Erde kreisen und über 102 Millionen Meilen zurücklegen ließ – genug Reise, um selbst dem Vielflieger übel zu werden. Für Williams und Mikaev war es der erste Raumflug, für Kud-Sverchkov der zweite, weil einmal anscheinend nicht genug war.

Während ihres Aufenthalts trug Williams zur Forschung an neuen Krebstherapien und zur verbesserten Herstellung von Materialien für Hochleistungscomputer und Elektronik bei – denn wenn man schon acht Monate in einer Blechdose festsitzt, kann man auch etwas Nützliches tun. Er absolvierte auch zwei Weltraumspaziergänge: einen zur Vorbereitung von Stromversorgungs-Upgrades und einen zum Austausch eines defekten Gelenks am Roboterarm Canadarm2. Die Arbeit der Crew, so die NASA, hilft, das Leben auf der Erde zu verbessern und zukünftige Missionen zum Mond und Mars vorzubereiten – die, seien wir ehrlich, wahrscheinlich noch längere Arbeitswege beinhalten werden.

Nach medizinischen Checks nach der Landung werden die drei per Hubschrauber nach Karaganda in Kasachstan gebracht, wo die Bergungsteams stationiert sind. Williams wird dann an Bord eines NASA-Flugzeugs zum Johnson Space Center in Houston fliegen, vermutlich um eine heiße Dusche und eine Mahlzeit zu genießen, die nicht aus einer Tube kommt.

Seit über 25 Jahren bewohnen Menschen ununterbrochen die Raumstation, treiben die Wissenschaft voran und erzielen Durchbrüche, die auf der Erde unmöglich wären. Die Station hilft der NASA, die Herausforderungen von Langzeit-Weltraumflügen zu verstehen, kommerzielle Möglichkeiten im erdnahen Orbit zu erweitern und die Grundlage für Missionen zum Mond und Mars zu schaffen – denn anscheinend ist der Mond nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu einem noch entfernteren Ziel.