Der oberste Manager von Mazda Australia hat sich die Rekordverkäufe von Elektrofahrzeugen im Land angesehen und entschieden, dass es sich um ein großes Missverständnis handelt. Vinesh Bhindi, der lokale Chef der Marke, glaubt, dass der jüngste Anstieg der EV-Nachfrage – bei dem batterieelektrische Modelle im Mai 19,9 Prozent der Neuwagenverkäufe ausmachten und der Tesla Model Y den Ford Ranger und Toyota HiLux überholte – eine vorübergehende Reaktion auf hohe Kraftstoffpreise und Versorgungsängste im Nahen Osten ist, keine dauerhafte Veränderung des Käuferverhaltens.

Im Gespräch mit Drive argumentierte Bhindi, dass das Interesse an EVs wahrscheinlich wieder auf weniger explosive Niveaus zurückgehen werde, sobald die Benzinpreise sinken, obwohl er immer noch ein allmähliches Wachstum erwartet. Neue Bestellungen seien bereits wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt, bemerkte er. Mit anderen Worten: Australier wollen offenbar nur dann Elektroautos, wenn sie Angst haben, 3 Dollar pro Liter Benzin zu zahlen.

Mazda setzt auf beide Pferde: Das Unternehmen bereitet sich darauf vor, die Limousine Mazda 6e und den SUV CX-6e in Australien auf den Markt zu bringen – die ersten vollelektrischen Angebote seit der Einstellung des MX-30 EV Anfang 2024 – und gleichzeitig die neue Generation des CX-5 ohne vollelektrifizierung zu lancieren. Bhindi wies auf die Ladeinfrastruktur in Australien als limitierenden Faktor hin und sagte, dass selbst mit staatlichen Vergünstigungen wie der Befreiung von der Fringe Benefits Tax mehr Investitionen nötig seien, um den Besitz eines EVs bequem zu machen.

Mazdas Position ist nicht, dass EVs zum Scheitern verurteilt sind, sondern dass der jüngste Anstieg eine kurzfristige Panikreaktion war, kein Paradigmenwechsel. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Australiens EV-Boom ein echter Wendepunkt war oder nur eine kollektive Panikattacke an der Zapfsäule.