China ist leise in das Geschäft mit der Restaurierung von Oldtimern eingestiegen – und zwar so, dass Enthusiasten gleichermaßen nach ihren Geldbörsen und ihren philosophischen Argumenten greifen. In einem neuen Hagerty-Video besucht der Fotograf Larry Chen die Jiangsu Juncheng Vehicle Industry Co., Ltd. in Baoying, China, wo Arbeiter brandneue Karosserien für einige der beliebtesten Klassiker der Welt herstellen.

Die Fabrik baut Karosserien und Teile für Fahrzeuge wie den Toyota AE86, Datsun 240Z, Ford Bronco, Land Rover Defender und sogar einen 1967 Ford Mustang. Laut Chen kosten AE86- und 240Z-Karosserien ab etwa 9.500 Dollar, während die neue Mustang-Karosserie etwa 16.000 Dollar kostet. Das ist billiger als eine Therapie für einen durchgerosteten Sammler.

Was den Betrieb faszinierend macht, ist der Maßstab. Juncheng erledigt angeblich etwa 95 % des Prozesses intern – vom Scannen der Originalfahrzeuge über die Herstellung von Presswerkzeugen, das Stanzen von Blechen, das Beschichten von Teilen bis hin zur manuellen Montage kompletter Karosserien. Im Grunde tun sie das, was die ursprünglichen Fabriken taten, nur mit besserem Rostschutz und ohne jahrzehntelange Vernachlässigung.

Das Ergebnis wirft große Fragen für die Autokultur auf. Ist das die Zukunft, um durchgerostete Liebhaberautos zu retten, oder verwischt der Austausch fast aller Teile die Grenze zwischen Restaurierung und Nachbau? Es ist das Theseus-Schiff-Problem, nur mit mehr 3D-Scans und weniger griechischen Philosophen.

Der Prozess beginnt mit originalen, unveränderten Autos als Referenz. Juncheng zerlegt ein Auto Stück für Stück, scannt jedes Blechteil in 3D und verwendet dann ein weiteres Exemplar, um zu überprüfen, ob die neu gestanzten Teile den Werksmaßen entsprechen. Von dort aus stellt das Unternehmen massive Presswerkzeuge aus CNC-gefrästem Stahl oder sandgegossenen Formen her. Einige Werkzeuge benötigen Dutzende von Stunden zur Bearbeitung und müssen dennoch sorgfältig von Hand poliert werden, bevor sie brauchbare Bleche produzieren können.

Jedes Auto erfordert Hunderte von Werkzeugen. Chen stellt fest, dass der AE86 und der 240Z jeweils mehr als 300 Werkzeuge benötigen, um nur eine einzige Karosserie herzustellen. Das ist eine Menge Metallarbeit für ein Auto, das ursprünglich weniger kostete als ein gebrauchter Corolla.

Sobald die Werkzeuge fertig sind, stanzen die Arbeiter die Bleche einzeln mit großen Pressen. Im Gegensatz zu modernen OEM-Fabriken, in denen Roboter einen Großteil der Karosseriemontage übernehmen, werden viele von Junchengs klassischen Karosserien noch von Hand geschweißt und fertiggestellt. Denn nichts sagt „authentische Restaurierung“ wie Handarbeit in einer chinesischen Fabrik.

Die Fabrik verbessert auch einige ursprüngliche Herstellungsmethoden. So stellt Chen fest, dass AE86-Bleche verzinkt und grundiert werden, um Rost zu widerstehen – etwas, das die ursprünglichen Toyota-Karosserien nicht in gleichem Maße hatten. Die neuen Karosserien sind also tatsächlich besser als die Originale, was je nach Standpunkt entweder ein Triumph der modernen Fertigung oder ein Verrat am Oldtimer-Ethos ist.

Dieses Detail ist wichtig, weil viele dieser Autos damals nie als Sammlerstücke behandelt wurden. Autos wie der AE86 und der 240Z wurden oft als Alltagsfahrzeuge genutzt, modifiziert, verunfallt oder dem Rost überlassen, lange bevor ihre Werte explodierten. Jetzt sind sie mehr wert als Ihr Haus, und ein chinesisches Unternehmen ist bereit, sie von Grund auf neu aufzubauen.

Die größte Debatte ist nicht, ob diese Karosserien beeindruckend sind. Es ist die Frage, was sie eigentlich sind, sobald sie fertig sind. Juncheng sagt, die Karosserien seien für die Restaurierung gedacht und bringen keine Herstellerlogos an. Trotzdem wird die Frage kompliziert, wenn jemand die Fahrgestellnummer eines beschädigten Originalautos verwendet und um eine brandneue Karosserie herum aufbaut. Diese Praxis gibt es bereits in der Restomod-Welt. Manche Unternehmen bewahren einen Spritzwall, einen Fahrgestellnummernabschnitt oder andere Originalkomponenten, um eine legale Identität an einem ansonsten stark umgebauten Fahrzeug zu erhalten.

Trotz der rechtlichen und philosophischen Fragen liegt der praktische Nutzen auf der Hand. Saubere Originalkarosserien für Autos wie den AE86, 240Z, Defender und frühen Bronco werden von Jahr zu Jahr seltener. Ersatzbleche könnten helfen, echte Autos auf der Straße zu halten, ohne dass Besitzer seltene Überlebende zerschneiden müssen. Komplette Karosserien geben Bauherren auch die Möglichkeit, Rennwagen oder extreme Restomods zu schaffen, ohne