Die australische Bundesregierung hat einen eher beunruhigenden Bericht über die einheimische Tierwelt vorgelegt: Fast 400 Arten – darunter Pinguine, Seebären, Beutelmarder, Delfine und sogar der Tasmanische Teufel – gelten nun als 'hochgefährdet' oder schlimmer durch das tödliche H5N1-Vogelgrippevirus. Denn nichts sagt 'beliebtes nationales Symbol' wie eine 'starke Verringerung der Populationsgröße oder Überlebensfähigkeit'.

Fünf Arten gelten als 'extrem gefährdet', was die Regierung so ausdrückt, dass sie 'wahrscheinlich nicht überleben werden, wo das Virus auftritt'. Das sind die Überflieger der Verletzlichkeit: Vögel, die auf einzelnen Inseln brüten, wie der vom Aussterben bedrohte Weihnachtsinsel-Fregattvogel und der kritisch gefährdete Sturmvogel, der es offenbar gewagt hat, nur auf Raine Island im äußersten Norden des Great Barrier Reef zu nisten.

Und für die über 80 gefährdeten und kritisch gefährdeten Arten, die bereits am Rande des Abgrunds stehen, ist H5N1 der kosmische Tritt, während sie am Boden liegen. Die Bewertung, die mehr als 2.000 einheimische Arten abdeckt und mit der Charles Darwin University und BirdLife Australia durchgeführt wurde, wurde am Dienstagabend veröffentlicht. Fast jede fünfte Art wird als 'extrem', 'sehr hoch' oder 'hoch' gefährdet eingestuft – denn warum sollten nur die Berühmten die schlechten Nachrichten bekommen?

Australiens drei ansässige Robben – der Australische Seebär, der Neuseeländische Seebär und der Australische Seelöwe – sind alle 'sehr stark gefährdet', während der Tasmanische Teufel und der Östliche Beutelmarder die Liste der Landsäugetiere mit 'hohem Risiko' anführen. Prof. John Woinarski, ein führender Naturschutzwissenschaftler an der Charles Darwin University, der an der Analyse mitgewirkt hat, sagte: 'Dies hat ein düstereres Bild gezeichnet, als wir vielleicht zuvor angenommen haben. Wir werden schwerwiegende Konsequenzen für viele Arten erleben, und unsere Vogel- und Säugetiervielfalt wird wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen durch diese Krankheit erleiden.'

Prof. Hugh Possingham von der University of Queensland, führender Ratsherr beim Biodiversity Council, nannte die Analyse 'einen guten ersten Schnitt', merkte jedoch an, dass sie vor zwei Jahren hätte veröffentlicht werden sollen. 'Vor einem Jahr hätten wir eine Prioritätenliste für Maßnahmen gebraucht, und wir hätten damals handeln müssen, denn jeder wusste, dass es kommen würde', sagte er – eine Einstellung, die auf viele Dinge zutrifft, wirklich.

Kate Millar, Geschäftsführerin von BirdLife Australia, sagte, die Liste sei 'lang' und 'unglaublich konfrontierend', aber zumindest bedeute sie, dass Australien 'priorisieren und Maßnahmen ergreifen kann, um die am stärksten gefährdeten Arten zu schützen'. Jack Gough, Geschäftsführer des Invasive Species Council, nannte sie die 'Liste des Untergangs', die 'das wahre Ausmaß der Katastrophe für die australische Tierwelt offenbart'. Er forderte eine 'ernsthafte Antwort' der Regierung, aber 'stattdessen haben wir Kürzungen bei nationalen Umweltprogrammen vor Ort erlebt'.

Naturschutzgruppen drängen auf ein Paket von 200 Millionen Dollar, um die Maßnahmen vor Ort auszuweiten, einschließlich der Kontrolle verwilderter Tiere. Die Regierung hat bisher 113 Millionen Dollar für die Vorbereitung auf die Vogelgrippe zugesagt, darunter 47 Millionen Dollar, um 'Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten und Biodiversität zu beschleunigen' – ein Anfang, aber vielleicht nicht die 'ernsthafte Antwort', die der Rat im Sinn hatte.

Jess Abrahams, nationale Naturkampagnenleiterin bei der Australian Conservation Foundation, warnte: 'Australien befindet sich bereits mitten in einer Aussterbekrise, und wir müssen darauf vorbereitet sein, wie entsetzlich das werden könnte.' Sie fügte hinzu, dass Australier 'emotional auf den Ansturm vorbereitet sein sollten, der eintreten könnte, und wissen sollten, was zu tun ist, wenn sie auf ein krankes, sterbendes oder totes Tier stoßen'.

Das H5N1-Virus hat seit seiner Ausbreitung von Europa im Jahr 2021 auf jeden Kontinent Millionen von Vögeln und Säugetieren getötet. Australien war der letzte Kontinent, der vor sechs Wochen erreicht wurde, als infizierte antarktische und subantarktische Zugvögel tot und krank in Westaustralien und Südaustralien gefunden wurden. Das Virus wurde nun bei mehr als 100 einzelnen Vögeln bestätigt, wobei das erste Massensterben in Südaustralien verzeichnet wurde. Nachweise wurden auch in Victoria, New South Wales und Queensland bestätigt. Also ja, der Vogel