In einem Schritt, der absolut niemanden überraschen wird, hat Sir Keir Starmer eine Biografie über sich selbst an die Downing-Street-Bibliothek gespendet. Denn nichts sagt ‚Ich bin ein bescheidener öffentlicher Diener‘, als seine eigene Lebensgeschichte zur offiziellen Sammlung hinzuzufügen.

Das Buch ‚Keir Starmer: Die Biografie‘ von Tom Baldwin steht nun zwischen den über 400 Bänden in den Bücherregalen des Kabinettssaals. Die Bibliothek, 1931 von Ramsay MacDonald gegründet, war schon immer ein Auffangbecken für das Ego und die literarischen Launen von Premierministern.

Sieben Minister aus Starmers Regierung haben ebenfalls beigesteuert. Rachel Reeves, die ehemalige Kanzlerin, spendete ihr eigenes ‚Alice im Westminster‘ – denn warum nicht ein Buch über sich selbst schreiben, während man im Amt ist? Darren Jones bot ‚Laudato Si‘ von Papst Franziskus an, vielleicht in der Hoffnung, die Selbstbeweihräucherung mit etwas Umweltbewusstsein auszugleichen. Lisa Nandy gab ‚All In‘, was sich nach einer Pokerstrategie anhört, aber offenbar über den Aufbau eines Landes handelt. Nick Thomas-Symonds wählte eine Harold-Wilson-Biografie, Bridget Phillipson wählte einen Roy-Hattersley-Wälzer, Jo Stevens trug eine Geschichte der walisischen Bergleute bei, und James Murray gab ein Buch über das Leben als Beamter. Es ist wie ein Labour-Buchclub, nur ohne Wein.

Starmers eigene literarische Qualifikationen sind, sagen wir mal, bescheiden. 2024 konnte er keinen Lieblingsroman nennen und bei Desert Island Discs wählte er einen Atlas. Sein Nachfolger Andy Burnham ist dagegen ein Poesiefan – Tony Harrison und Philip Larkin –, hat aber noch nichts gespendet. Wahrscheinlich zu beschäftigt damit, sich mit dem eigentlichen Job herumzuschlagen.

Die Sammlung der Bibliothek ist ein herrliches Durcheinander: Churchills ‚The World Crisis‘, Attlees Reden, Thatchers Memoiren, Heaths Musik- und Segelbücher und sogar ‚Magic Symbols of the World‘ – für diejenigen, die verzweifelt nach übernatürlichen Lösungen suchen. Es gibt ‚The Charm of Birds‘, ‚Sea Songs‘ und ‚The Book of French Wines‘ für Aussteiger. Iain MacLeod hinterließ ein Exemplar von ‚Bridge is an Easy Game‘ mit der Widmung: ‚Vielleicht ist dies das einzige Buch in dieser Bibliothek, das seinen Lesern echten Gewinn bringt‘. Ein Mann nach unserem Herzen.

Nicht alle Spenden schaffen es ins Regal; einige schmoren im Keller der Downing Street. Die Tradition begann, weil MacDonald sich die Einrichtung nicht leisten konnte und Minister um Bücher bat. Seitdem hat sie Höhen und Tiefen erlebt, wiederbelebt von Boris Johnson mit ‚The Churchill Factor‘ – natürlich. Rishi Sunak, ein Jilly-Cooper-Fan, hat offenbar keine ihrer ‚Bonkbusters‘ gespendet. Schade, das hätte die Sache aufgelockert.

Vorerst steht die Bibliothek als Denkmal für politische Eitelkeit, literarische Anmaßung und den gelegentlichen Glanzpunkt. Starmers Ergänzung passt genau hinein.