In einer Nachricht, die jeden erfreuen wird, der sich schon einmal gewünscht hat, sein Immunsystem hätte einen 'Rage-Modus', haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, natürliche Killerzellen (NK-Zellen) aufzurüsten, um aggressive Krebsarten zu bekämpfen. Forscher des Rosalind & Morris Goodman Cancer Institute der McGill University, in Zusammenarbeit mit dem Research Institute des McGill University Health Centre, entdeckten, dass die Blockierung zweier spezifischer Proteine diese ohnehin schon beeindruckenden Immunzellen noch enthusiastischer macht, Tumore zu zerstören.

In präklinischen Studien töteten diese aufgeladenen NK-Zellen erfolgreich menschliche Krebszellen aus Leukämie, Glioblastom, Nierenkrebs und triple-negativem Brustkrebs. Sie verlangsamten auch das Tumorwachstum in Tiermodellen erheblich. „Dieser Ansatz ist besonders vielversprechend für Patienten, die derzeit nur wenige Optionen haben, wenn Standardbehandlungen versagen“, sagte Seniorautor Michel L. Tremblay, Distinguished James McGill Professor, mit der Art von Understatement, die darauf hindeutet, dass er schon viele fehlgeschlagene Behandlungen gesehen hat.

Im Gegensatz zu auffälligeren Immuntherapien, die Immunzellen dauerhaft genetisch verändern – was effektiv, aber etwa so reversibel wie ein Tattoo ist – verwendet diese neue Methode niedermolekulare Medikamente, um die NK-Zellaktivität vorübergehend zu steigern. Die Veränderungen sind reversibel und bieten eine sicherere und kontrollierbarere Form der Immuntherapie. Denn wer möchte nicht die Möglichkeit haben, die Angriffshunde zurückzurufen?

Die NK-Zellen stammten aus gespendetem Nabelschnurblut, das von Wissenschaftlern des Cellular Therapy Laboratory unter der Leitung von Pierre Laneuville und Linda Peltier am Research Institute des McGill University Health Centre isoliert, kultiviert und gelagert wurde. Das bedeutet, dass sie sofort einsatzbereit sind, im Gegensatz zu bestehenden Therapien, die eine maßgeschneiderte Anpassung der eigenen Zellen jedes Patienten erfordern – ein Prozess, der Wochen dauert und mehr kostet als ein Kleinwagen. „Dieser Ansatz wird die Immuntherapie am McGill University Health Centre schneller, sicherer und erschwinglicher machen“, fügte Forschungswissenschaftler Chu-Han Feng hinzu, der offensichtlich kein Fan von komplizierter Individualisierung ist.

Das Team hofft, die Therapie in klinischen Studien am Menschen zu testen, möglicherweise gegen akute myeloische Leukämie, einen aggressiven Blutkrebs mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. Die Studien warten derzeit auf Finanzierung und behördliche Zulassung – die beiden größten Stimmungskiller in der medizinischen Forschung.

Die Studie „PTPN1/PTPN2 inhibition improves NK cancer therapy by enhancing IL-2 and mitigating TGF-β1 response“ wurde im April 2026 in EMBO Reports veröffentlicht. Die Finanzierung erfolgte durch ein Konsortium von Stiftungen und Regierungsbehörden sowie durch die Mütter, die freiwillig Nabelschnurblut spendeten – denn manchmal sind die wahren Helden diejenigen, die die Rohstoffe liefern.