Vitamin B12 wird viel Aufmerksamkeit zuteil für seine Rolle bei der Herstellung von DNA, roten Blutkörperchen und gesundem Nervengewebe. Doch eine neue Studie der UCSF deutet darauf hin, dass es möglicherweise nicht ausreicht, einfach das staatliche Gütesiegel für Ihre B12-Werte zu haben – besonders wenn Sie über 70 sind und Ihr Gehirn bereits leise um Hilfe schreit.
Die im Annals of Neurology veröffentlichte Studie fand heraus, dass gesunde ältere Erwachsene mit niedrigeren Vitamin-B12-Werten – selbst wenn diese Werte technisch gesehen im akzeptierten Normalbereich lagen – Anzeichen subtiler neurologischer und kognitiver Probleme zeigten. Mit anderen Worten: Ihr Blutbild könnte Ihnen ein Daumen hoch geben, während die weiße Substanz Ihres Gehirns langsam eine weiße Fahne schwenkt.
Die Forscher rekrutierten 231 gesunde Teilnehmer über die Brain Aging Network for Cognitive Health (BrANCH)-Studie an der UCSF. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 71 Jahre alt, und keiner litt an Demenz oder leichter kognitiver Beeinträchtigung. Ihr durchschnittlicher Blut-B12-Spiegel lag bei 414,8 pmol/L, ein komfortabler Abstand über dem US-amerikanischen Mindestgrenzwert von 148 pmol/L. Aber anstatt sich nur auf das gesamte B12 zu verlassen, konzentrierten sich die Forscher auf die biologisch aktive Form des Vitamins, die möglicherweise besser widerspiegelt, wie viel B12 der Körper tatsächlich nutzen kann.
Nach Anpassung für Alter, Geschlecht, Bildung und kardiovaskuläre Risikofaktoren stellte das Team fest, dass Teilnehmer mit niedrigerem aktivem B12 eine langsamere Verarbeitungsgeschwindigkeit bei kognitiven Tests aufwiesen. Der Effekt war mit zunehmendem Alter stärker. Sie zeigten auch verzögerte Reaktionen auf visuelle Reize, was auf eine langsamere visuelle Verarbeitung und eine verringerte Effizienz der Gehirnsignale hindeutet. MRT-Scans fügten ein weiteres Warnzeichen hinzu: Teilnehmer mit niedrigerem aktivem B12 hatten ein höheres Volumen an Läsionen der weißen Substanz – Bereiche von Hirnschäden, die mit kognitivem Abbau, Demenz und Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht werden.
„Frühere Studien, die gesunde Mengen an B12 definierten, haben möglicherweise subtile funktionelle Manifestationen hoher oder niedriger Werte übersehen, die Menschen betreffen können, ohne offensichtliche Symptome zu verursachen“, sagte der leitende Autor Ari J. Green, MD, von den UCSF-Abteilungen für Neurologie und Augenheilkunde und dem Weill Institute for Neurosciences. „Eine Neudefinition des B12-Mangels unter Einbeziehung funktioneller Biomarker könnte zu früheren Interventionen und zur Prävention kognitiven Abbaus führen.“
Ko-Erstautorin Alexandra Beaudry-Richard, MSc, die derzeit ihre Promotion an der UCSF und der University of Ottawa abschließt, sagte, die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass niedriges, aber technisch normales B12 breitere Auswirkungen haben könnte als bisher angenommen. „Neben der Neudefinition des B12-Mangels sollten Ärzte bei älteren Patienten mit neurologischen Symptomen eine Supplementierung in Betracht ziehen, selbst wenn ihre Werte im Normalbereich liegen“, sagte sie. „Letztendlich müssen wir mehr in die Erforschung der zugrunde liegenden Biologie der B12-Insuffizienz investieren, da es sich um eine vermeidbare Ursache für kognitiven Abbau handeln könnte.“
Natürlich hat sich die wissenschaftliche Gemeinschaft nicht gerade zu einem Konsens durchgerungen. Eine umfassende Überprüfung aus dem Jahr 2025 kam zu dem Schluss, dass B12-Mangel ein modifizierbarer Risikofaktor für neurologische und kognitive Probleme bleibt, insbesondere in Hochrisikogruppen wie älteren Erwachsenen und Vegetariern. Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse randomisierter Studien aus dem Jahr 2025 ergab, dass die Supplementierung mit B-Vitaminen einen sehr geringen Nutzen für die globale kognitive Funktion bei älteren Erwachsenen brachte – die Art von Nutzen, der vielversprechend klingt, bis man merkt, dass er etwa so dramatisch ist wie eine lauwarme Tasse Tee. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2025, die Mendelsche Randomisierung verwendete, fand keine klaren Beweise dafür, dass genetisch höhere Gesamtserum-B12-Spiegel die Allgemeinbevölkerung vor psychiatrischen Störungen oder kognitiven Beeinträchtigungen schützen, obwohl sie das gesamte Serum-B12 anstelle der bioaktiven Form verwendete.
Was ist also die Schlussfolgerung? B12 ist eindeutig essentiell für das Nervensystem, und ein Mangel sollte nicht ignoriert werden. Aber die UCSF-Ergebnisse beweisen nicht, dass niedrigeres aktives B12 direkt kognitiven Abbau verursacht, und sie bedeuten nicht, dass jeder ältere Erwachsene ohne ärztliche Aufsicht Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollte. Sie deuten jedoch darauf hin, dass der aktuelle