Eine neue Studie legt nahe, dass Wegovy, das beliebte Abnehm-Medikament, im Vergleich zu anderen Semaglutid-Präparaten ein höheres Risiko für eine seltene Augenerkrankung birgt, die plötzliche Erblindung verursachen kann. Denn offenbar kommt das Abnehmen jetzt mit einem potenziellen Sehverlust als Beilage.

Die Erkrankung, die als ischämische Optikusneuropathie (ION) bezeichnet wird, tritt auf, wenn die Durchblutung des Sehnervs reduziert oder blockiert wird, was zu einer plötzlichen teilweisen oder vollständigen Erblindung auf einem oder beiden Augen führt. Sie ist selten, aber die Forscher sagen, dass die Ergebnisse wichtige Sicherheitsfragen aufwerfen, während GLP-1-Medikamente ihren globalen Siegeszug fortsetzen.

Veröffentlicht im British Journal of Ophthalmology, untersuchte die Studie über 30,6 Millionen Meldungen unerwünschter Ereignisse aus dem FDA Adverse Event Reporting System (FAERS) zwischen Dezember 2017 und Dezember 2024. Darunter waren 31.774 Fälle, die Semaglutid-Medikamente betrafen – Wegovy, Ozempic und Rybelsus – sowie die Tirzepatid-Medikamente Mounjaro und Zepbound. Das Durchschnittsalter der Personen in den Berichten betrug 56 Jahre, 54 % waren Frauen.

Wegovy zeigte die stärkste Assoziation mit ION, mit einer Wahrscheinlichkeit, die fast 75-mal höher war als erwartet. Ozempic zeigte eine Wahrscheinlichkeit von fast 19, und generische Semaglutid-Produkte zeigten eine Wahrscheinlichkeit von 21. Für Rybelsus, die orale Tablette, wurden keine ION-Fälle gemeldet. Das Risikosignal für Wegovy war fast fünfmal stärker als für Ozempic.

Männer, die Wegovy einnahmen, hatten insgesamt das höchste Signal, mit einer Wahrscheinlichkeit, die 116-mal höher war als erwartet. Bei Frauen trat das stärkste Signal bei Ozempic auf. Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit für ION bei Männern mehr als dreimal so hoch wie bei Frauen.

Die Forscher vermuten, dass injizierbare Medikamente schneller wirken als orale und dass Wegovy in einer höheren Dosis als Ozempic verschrieben wird, was das Risiko durch Blutdruckabfälle, Flüssigkeitsverlust und Instabilität des autonomen Nervensystems erhöhen könnte. Sie warnen jedoch, dass kein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nachgewiesen wurde. Die Medienaufmerksamkeit um Wegovy könnte auch die Meldung von Nebenwirkungen verstärkt haben.

Die begrenzte Absorption und langsamere Aufnahme von Rybelsus erklären wahrscheinlich das Fehlen eines nachweisbaren Signals.

Die Studie hat Einschränkungen – das FDA-System kann weder die tatsächlichen Auftretensraten bestimmen noch detaillierte Patientengesundheitsinformationen liefern – aber die Forscher bezeichnen sie als „ersten Nachweis eines formulierungs- und dosisabhängigen ION-Risikos“. Sie fordern „dringende prospektive Bewertung, um die Verschreibungs- und Regulierungspolitik zu leiten.“

Kommentatoren stimmen dem zu und stellen fest, dass die Ergebnisse die „wachsende Literatur über okuläre Komplikationen mit [Anti-Adipositas-Medikamenten]“ ergänzen und „dringende Klärung für Augenärzte“ verlangen.

In der Zwischenzeit werden GLP-1-Medikamente auf Vorteile jenseits von Gewichtsverlust und Diabetes untersucht – einschließlich der Reduzierung von Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Demenz. Es wird erwartet, dass die Verschreibungen weiter steigen. Es gibt auch eine Debatte über die Verwendung von Anti-Adipositas-Medikamenten bei Kindern über 12 Jahren, was möglicherweise später im Leben seltene Augenkomplikationen erhöhen könnte.

Auf der anderen Seite stellen die Forscher fest, dass GLP-1-Medikamente einige Augenerkrankungen wie altersbedingte Makuladegeneration und Uveitis verbessern könnten. Sie warnen jedoch, dass diese potenziellen Vorteile gegen seltene, aber schwerwiegende Risiken wie ION abgewogen werden müssen.

Also, die Erkenntnis: Wegovy könnte Ihnen helfen, Gewicht zu verlieren, aber Sie könnten das Ergebnis nicht sehen. Buchstäblich.