Italienische Restaurants in Großbritannien balancieren oft auf einem schmalen Grat zwischen Authentizität und publikumsgefälliger Mittelmäßigkeit und fallen meist mit der Anmut einer fallen gelassenen Fleischbällchen in letztere. Vieni, ein schäbiges sizilianisches Lokal im Juwelierenviertel von Birmingham, bleibt nicht nur auf dem Seil, sondern tanzt noch ein Tänzchen, während es die Gehaltsabrechnung macht und Klopapier bestellt.

Chefin und Gründerin Angelina Adamo schreibt in ihrer Instagram-Biografie: „Beiß mehr ab, als du kauen kannst, und lerne, wie man verdammt nochmal kaut“ – ein Schlachtruf für alle in der Gastronomie, wo die Gewässer rau sind und Multitasking Pflicht ist. Die eine Hand formt Arancini, die andere erledigt die Lohnbuchhaltung. Das ist keine Metapher; das ist einfach Dienstag.

Vieni liegt etwa eine Meile vom Bull Ring entfernt, aber es ist eine Million Meilen entfernt von den riesigen, unpersönlichen Vergnügungsmaschinen wie Albert’s Schloss oder Big Mamma’s La Bellezza, die das Stadtzentrum von Birmingham kolonisiert haben. Diese Orte haben ihren Charme, sicher – eine riesige Rosa, die Pad Thai serviert, ein Tattu mit seiner Plastik-Lila-Blumen-Decke – sie machen die Leute glücklich. Aber Vieni macht eine andere Art von Glück: die Art, die man nicht einpfeifen kann, die Art, die aus einem fröhlichen Stimmengewirr und einer Köchin kommt, die dir sagt, du sollst härter kauen.