Das Internet ist voll von Wellness-Influencern, die darauf bestehen, dass Frauen ihre Trainingsroutinen an ihren Menstruationszyklus anpassen sollten: schweres Heben um den Eisprung herum, sanftes Yoga während der Lutealphase. Es klingt intuitiv – Hormone schwanken, warum sollte die Kraft nicht auch?
Aber laut Dr. Marianna Apicella, einer Forscherin an der University of Leicester, die sich auf weibliche Physiologie spezialisiert hat, basiert dieser Ratschlag auf Luft. „Hochwertige Beweise, die das stützen, fehlen ernsthaft“, sagt sie. „Es gibt nicht wirklich viele handfeste Belege dafür.“
Apicellas eigene Forschung, die den Muskelaufbau während der Hormonschwankungen des Menstruationszyklus untersuchte, fand keinen signifikanten Unterschied zwischen den Phasen – frühe Follikelphase, späte Follikelphase oder Lutealphase. Die Fähigkeit des Körpers, Muskeln aufzubauen, scheint im gesamten Zyklus weitgehend konstant zu sein. Mit anderen Worten: Du wirst wahrscheinlich nicht mehr Kraft oder Muskeln zu einem bestimmten Zeitpunkt deines Zyklus aufbauen als zu einem anderen, egal was dein Lieblings-Wellness-TikToker behauptet.
Sie räumt jedoch ein: „Jeder ist anders, daher fühlen sich manche Menschen zu bestimmten Zeitpunkten stärker. Und Symptome sind der Schlüsselfaktor, der hier tatsächlich eine Rolle spielt.“ Krämpfe, Müdigkeit oder schlechte Laune können ein Training sicherlich ruinieren, während andere symptomfrei durch den Monat kommen. Deine Muskeln arbeiten vielleicht genauso effektiv, aber dein Trainingserlebnis kann dennoch schwanken.
Apicella sagt, dass mehr Forschung darüber nötig ist, wie der weibliche Körper auf Bewegung reagiert. In der Zwischenzeit der evidenzbasierte Ratschlag? Achte darauf, wie du dich fühlst – und lass vielleicht die von Influencern empfohlene Zyklus-Synchronisations-Tabelle weg.