In einer atemberaubenden Demonstration mariner Unterleistung hat eine Tauchuntersuchung vor der Küste von Whyalla, Südaustralien, nur 44 Riesen-Tintenfische (Sepia apama) gezählt, was Befürchtungen vor einem 'katastrophalen' Rückgang weckt. Wissenschaftler und Taucher fordern nun von der Landesregierung, offizielle Populationsschätzungen zu veröffentlichen, vermutlich um offiziell in Panik verfallen zu können.

Jedes Jahr versammeln sich Zehntausende bis Hunderttausende dieser Kopffüßer im oberen Spencer-Golf zu einem Brut-Spektakel – dem einzigen Ort der Erde, an dem Sepien solche Massenpartys feiern. Historische Erhebungen seit 1998 zeigen Populationen von einem Tiefststand von 13.500 im Jahr 2013 bis zu einem Höchststand von 247.000 im Jahr 2020, mit über 63.000 im Jahr 2025 registriert. In diesem Jahr jedoch werden die Zahlen voraussichtlich die niedrigsten seit Beginn der Aufzeichnungen sein, dank der verheerenden Auswirkungen einer giftigen Algenblüte, die die lokale Meeresumwelt in eine ziemliche Stimmungskiller verwandelt hat.

Das unerschrockene Team von vier Tauchern der ökologischen Non-Profit-Organisation Eyrelab, die sich im Juli ins Wasser wagten, zählte auch nur 440 Eier, wo Millionen typisch wären. 'Das ist bei weitem die niedrigste Abundanz, die wir je verzeichnet haben', sagte Manny Katz, Taucher und Direktor von Eyrelab, und fügte hinzu, dass die wenigen Dutzend Sepien, die sie sahen, 'nicht unterwegs waren – sie verstecken sich.'

Stefan Andrews, Meeresbiologe an der Great Southern Reef Foundation, fordert die Landesregierung auf, die offiziellen Zahlen zu veröffentlichen. 'Es ist klar, dass es schlechte Nachrichten geben wird', sagte er. 'Die Leute müssen wissen, wie schlimm die Situation ist. Lasst uns sie sehen und nicht zu lange darauf sitzen, denn die Uhr tickt tatsächlich.'

Die historisch niedrigen Zahlen haben bereits dazu geführt, dass Tourismus- und Tauchbetreiber in Whyalla ihre Sepien-Saison im Juni abgesagt haben. Am 1. Juli führte die Landesregierung vorübergehende Beschränkungen für Freizeitaktivitäten wie Schwimmen und Schnorcheln ein, um den brütenden Sepien etwas Ruhe zu gönnen und ihre Eier und Jungtiere zu schützen.

Bei einer Pressekonferenz am 30. Juni sagte Prof. Mike Steer, Exekutivdirektor des SA Research and Development Institute, dass 'weniger als 50 Tiere' zu Beginn der Saison beobachtet worden seien, aber dies seien 'Rohzahlen', die weitere Überwachung und Analyse erfordern, bevor eine Populationsschätzung vorgelegt werden könne. Ein Sprecher der Landesregierung sagte, die Erhebungen seien nun abgeschlossen, und die Schätzungen für 2026 würden nach Überprüfung veröffentlicht. Sie merkten an, dass 'Sepienzahlen von Jahr zu Jahr natürlich schwanken' und dass, obwohl die Algenblüte wahrscheinlich die Zahlen beeinflusst habe, Forscher daran arbeiteten, festzustellen, ob sie der Übeltäter sei.

Außerordentliche Professorin Zoe Doubleday, Expertin für Sepien und Kraken an der Universität Adelaide, vermutete, dass die Blüte die Sepien direkt getötet oder die Verfügbarkeit ihrer Nahrungsquelle – oder der Nahrungsquelle ihrer Räuber – verändert haben könnte. Sepien haben kurze Leben, und Erwachsene sterben normalerweise nach der Fortpflanzung, was die Population stark vom Erfolg jeder Brutsaison abhängig macht.

Australiens erste Blüte der giftigen Alge Karenia cristata, die im März letzten Jahres begann, ist immer noch entlang Teilen der südaustralischen Küste vorhanden. Es ist die größte und zerstörerischste Algenblüte in der Geschichte des Landes. Neueste Tests zeigen erhöhte Karenia-Algenwerte an sieben von 32 Standorten auf der Eyre-Halbinsel und zwei von 19 Standorten auf der Yorke-Halbinsel.

Andrews sagte, die Bundesregierung sollte auch in Betracht ziehen, die Art als bedroht gemäß dem Environment Protection and Biodiversity Conservation Act einzustufen, angesichts des 'katastrophalen Rückgangs'. Während Riesen-Septien entlang der australischen Küste vorkommen, sind die Tiere im oberen Spencer-Golf genetisch unterschiedlich. Sie zeigen auch einzigartige Verhaltensweisen, wie weibliche Mimikry – 'Männchen, die sich als Weibchen ausgeben, um sich den anderen Weibchen zu nähern, um dann heimlich mit ihnen zu paaren.' Denn nichts sagt verzweifelt wie eine Verkleidung zu tragen, um ein Date zu bekommen.