Nach zwei Monaten Herumspielen mit dem Kindle Scribe Colorsoft von Amazon können wir bestätigen: Es ist ein entzückendes Gerät – wenn Sie ein ganz bestimmter Typ von Notizenmacher, Tagebuchschreiber, PDF-Kommentator-Enthusiast sind, der 630 Dollar übrig hat, die ihm in der Tasche brennen. Für alle anderen ist es ein hübsches Briefbeschwerer.

Das Gerät beginnt bei einem geldbeutelquetschenden Preis von 630 Dollar (erhältlich in Schwarz und Feige, einem Lila-Ton, der schreit: "Ich bin kreativ"), wiegt federleicht 400 Gramm und verfügt über ein 11-Zoll-Display, das ungefähr so groß ist wie ein Blatt Papier. Es ist beeindruckend dünn, aber seien wir ehrlich: Sie werden das Ding nicht mit einer Hand halten. Unser Tester fand es am bequemsten, wenn es auf den Knien oder flach auf einem Schreibtisch lag, was irgendwie den "tragbaren Leser"-Vibe zunichtemacht.

Apropos Tragbarkeit: Die Größe des Scribe Colorsoft führte dazu, dass er nie das Haus verließ. Es ist kein Gerät, das man während einer Uber-Fahrt oder im Wartezimmer hervorholt. Aber wenn Sie Student, Forscher oder jemand sind, der wirklich Freude an farbcodierten Planern hat, könnten Sie es tatsächlich mit ins Büro oder in ein Café schleppen wollen.

Der größere Bildschirm hat durchaus Vorteile: mehr Platz zum Schreiben, Skizzieren und Lesen von PDFs. Aber er opfert auch das gemütliche, intime Lesegefühl, das kleinere Kindles so ansprechend macht. Und obwohl das Farbdisplay Spaß macht, wirken die Farben eher wie weiche Textmarkertöne als wie lebendige Tablet-Farben – Comics werden also nicht so knallen, wie sie sollten.

Für Notizenmacher glänzt der Scribe Colorsoft. Der enthaltene Kindle Scribe Pen haftet magnetisch, fühlt sich gut an und hat einen Radierer, der fast sofort funktioniert. Sie können einen farbcodierten digitalen Planer oder ein Lesetagebuch erstellen, mit Vorlagen für Tages-, Wochen- und Monatsplanung. Das Hervorheben von Büchern in verschiedenen Farben – sagen wir Blau für Handlungsdetails, Rot für zitierfähige Zeilen – ist dank der schnellen Bildwiederholrate ein Kinderspiel.

Akku-Laufzeit? Ausgezeichnet. Unser Tester lud das Gerät in zwei Monaten nur zweimal auf, obwohl das Schreiben mehr Strom verbraucht als das Lesen. Alles in allem ist dieses Gerät perfekt für eine Nischenzielgruppe: Studenten, Forscher und Tagebuchschreiber, die ein Gerät zum Lesen, Kommentieren und Organisieren handschriftlicher Notizen wollen. Für den Rest von uns ist der Preis von 630 Dollar ein klares Nein. Wenn Sie nur ein altes Kindle upgraden möchten, bleiben Sie beim Paperwhite für 159,99 Dollar – das erledigt den Job ohne den Premiumpreis.