Richard Olney, der verstorbene kulinarische Weise, hatte sehr starke Meinungen über Desserts, und ehrlich gesagt, wir sind ganz dafür. In seinem Meisterwerk *The French Menu Cookbook* verfügte Olney, dass reichhaltige Desserts nur nach den einfachsten Mahlzeiten gehören, während alles Raffinierte etwas Leichtes, Luftiges und Verspieltes verlangt. Seine Vorschlagsliste liest sich wie ein sommerliches Fruchtgedicht: Pfirsich Melba, Apfelmousse mit Pfirsichen, Aprikosenbeignets mit Puderzucker bestäubt, Erdbeeren in gesüßtem Orangensaft, Erdbeeren in Beaujolais, Erdbeermousse mit Himbeerpüree, gefrorene Kirschen und frische Mandeln. Und für den Spätsommer oder Frühherbst bot er frische Feigen mit Himbeercreme (figues à la crème framboise) an – ein Dessert, das sowohl Spaß beim Zubereiten macht (beobachte, wie das rote Püree durch die Creme zieht wie ein Himbeer-Ripple) als auch Spaß beim Essen.

Natürlich verlangt ein luftiges und verspieltes Pudding nach einem luftigen und verspielten Gebäck, und was wäre besser als *lingue di gatto*, oder Katzenzungen, treffend benannt nach ihrer flachen, länglichen Form? Hergestellt aus Butter, Zucker, Mehl und Eiweiß, sind diese Kekse nicht kompliziert, aber sie erfordern einen Spritzbeutel. Wenn du keinen hast, keine Sorge – ein Gefrierbeutel funktioniert auch. Denke nur daran, die Masse zuerst hineinzuschaben und die Ecke erst abzuschneiden, wenn du bereit bist zu spritzen. Denn nichts sagt 'raffiniertes Sommerdessert' wie improvisierte Backausrüstung.