Forscher der Flinders University haben fortschrittliche Neutronenbildgebung eingesetzt, um in den Schädel von Koharalepis jarviki zu blicken, einem großen Raubfisch, der während des Devon (dem „Zeitalter der Fische“) vor mehr als 380 Millionen Jahren lebte. Das einzige bekannte Exemplar, entdeckt in den Lashly Mountains der Antarktis, gehört zur Familie der Canowindridae – einer Gruppe, die die uralten Landbrücken-Freundschaften zwischen Australien und der Antarktis hervorhebt.

„Dieses kostbare Fossil gehört zu einer Gruppe namens Canowindridae, die die uralten Verbindungen zwischen Australien und der Antarktis unterstreicht“, sagt Dr. Alice Clement, Research Fellow an der Flinders University und Koautorin der in Frontiers in Ecology and Evolution veröffentlichten Studie. Das Team nutzte zerstörungsfreie Scans, um verborgene Strukturen freizulegen, darunter innere Knochen des Schädels, die Einblicke in das Gehirngehäuse und die Neuroanatomie des Fisches geben.

Die Hauptautorin Corinne Mensforth, Doktorandin am Flinders Palaeontology Lab, merkt an, dass Koharalepis das einzige Fossil seiner Familie ist, das diese inneren Knochen bewahrt hat. Die Scans zeigten, dass sein Gehirn dem von Fischen ähnelte, die den Übergang vom Wasser zum Land vollzogen, und der Fisch hatte Öffnungen in der Oberseite seines Schädels für zusätzliche Luftaufnahme sowie ein Organ, das Licht und zirkadiane Rhythmen erkennt – wahrscheinlich Anpassungen an flache, sauerstoffarme Gewässer.

Mit einer Länge von etwa einem Meter war Koharalepis ein Lauerjäger, der trotz seiner relativ kleinen Augen „stark auf seine anderen Sinne angewiesen gewesen sein muss, um seine Beute zu fangen“, sagt Mensforth. Emeritus Professor John Long, der das Fossil erstmals 1992 beschrieb, stellt fest, dass die moderne Bildgebung es dem Team ermöglichte, das Verhalten, die Anpassungen und die Verwandtschaft des Fisches zu anderen tetrapodenähnlichen Fischen zu verstehen – und wie Fische vor etwa 385 Millionen Jahren erstmals das Wasser verließen, um an Land zu leben.

Die Studie „New data on the sarcopterygian Koharalepis jarviki (Tetrapodomorpha; Canowindridae) from the Late Devonian of Antarctica, revealed via synchrotron and neutron tomography“ (2026) wurde vom Australian Research Council unterstützt und in Frontiers in Ecology and Evolution veröffentlicht. Die Forschung fügt ein weiteres Puzzleteil hinzu, wie sich Wirbeltiere von Wasserbewohnern zu Tieren entwickelten, die schließlich liefen (und sich später über den Verkehr beschwerten).