Northrop Grumman hat einen weiteren finanziellen Rückschlag im Zusammenhang mit den Feststoffraketenboostern gemeldet, die es für die Vulcan-Centaur-Rakete der United Launch Alliance liefert – diesmal in Höhe von 91 Millionen Dollar. Das Unternehmen gab die Belastung in seinem Gewinnbericht für das zweite Quartal am 21. Juli bekannt, nachdem es im ersten Quartal bereits 71 Millionen Dollar für dasselbe GEM-63XL-Motorenprogramm abgeschrieben hatte. Die Motoren werden in den Boostern von ULAs Vulcan Centaur verwendet, die bei ihrem letzten Start im Februar eine „erhebliche Leistungsanomalie“ erlitt. Trotz der Anomalie gelang es der Rakete dennoch, ihre Nutzlast in die Umlaufbahn zu bringen.

Weder Northrop noch ULA haben Einzelheiten zur Grundursache preisgegeben, aber Kathy Warden, CEO von Northrop, erwähnte während einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen, dass Korrekturmaßnahmen ein Neudesign einer Komponente umfassen, das durch einen erfolgreichen statischen Test bestätigt wurde. Sie deutete jedoch an, dass die neu gestalteten Motoren möglicherweise erst Ende des Jahres ausgeliefert werden. Die Vulcan ist seit dem Vorfall im Februar am Boden geblieben, und Beamte der US Space Force haben erwogen, die Starts ohne Feststoffraketenbooster wieder aufzunehmen, obwohl keine konkreten Pläne angekündigt wurden.

Trotz dieser Kopfschmerzen bleiben die Northrop-Manager optimistisch hinsichtlich der finanziellen Leistung des GEM-63XL-Programms. CFO John Greene verwies auf gestiegene Umsätze in der Raumfahrtsparte, angetrieben durch nationale Sicherheitsraumfahrtprogramme, neue Aufträge und verbesserte Leistungen im problematischen Motorenprogramm. In der Zwischenzeit kämpft Northrop auch mit Problemen am Habitation and Logistics Outpost (HALO)-Modul für das Lunar Gateway, das die NASA nicht weiterverfolgen will, sondern stattdessen auf eine Mondbasis setzt. Northrop arbeitet nun mit der NASA zusammen, um den HALO-Vertrag umzustrukturieren, was die Einnahmen in diesem Jahr reduzieren, aber den Zeitplan verlängern wird.