Das erste Medikament, das Menschen mit Multipler Sklerose beim Gehen hilft, ist jetzt auf dem NHS in England erhältlich – ein seltener Moment, in dem Kosten-Nutzen-Argumente gegen die grundlegende Menschenwürde verloren haben.

Fampridin, ein 'Signalverstärker', der beschädigten Nervenzellen hilft, elektrische Nachrichten zu übermitteln, kann Gehgeschwindigkeit und Ausdauer verbessern. Klinische Studien zeigten, dass etwa vier von zehn Patienten davon profitierten – genug, um einen Schlurf in einen Spaziergang zu verwandeln oder einen Einkauf weniger wie eine Expedition wirken zu lassen.

Bis zu 5.000 Menschen in England könnten jährlich davon profitieren, was bescheiden klingt, bis man bedenkt, dass das 5.000 Menschen sind, die nicht mehr zwischen einem Gehstock und dem Zuhausebleiben wählen müssen. Das Medikament war bereits in Wales, Schottland und Nordirland erhältlich – England kommt also modisch zu spät zur Party.

Aysen Slack, 65, aus Eastbourne, kennt den Kampf aus erster Hand. Sie bezahlte Fampridin privat, bis die 'erheblichen Kosten' untragbar wurden. 'Meine Mobilität hat stark nachgelassen, und selbst in meiner Wohnung muss ich jetzt Stöcke benutzen', sagte sie. 'Es würde einen riesigen Unterschied in meinem Leben machen, wenn ich mein Gehen verbessern könnte.'

Patienten werden das Medikament einen Monat lang testen, und nur diejenigen, die einen 'eindeutigen Nutzen' zeigen, dürfen es weiternehmen – ein vernünftiger Ansatz, der sicherstellt, dass der NHS kein Geld für Menschen verschwendet, die nicht darauf ansprechen. Mehr als 120.000 Menschen leben in England mit MS, aber nur diejenigen mit ausreichend schweren Gehbehinderungen kommen in Frage.

Prof. Frankie Swords, nationaler medizinischer Direktor des NHS, nannte die Pille 'lebensverändernd' – was auf Medizinerdeutsch heißt: 'Wir haben endlich auf die Beweise gehört.' Ceri Smith von der MS Society war 'entzückt' – was auf Charity-Deutsch heißt: 'Es wird auch mal Zeit.'