Millionen von Wählern im ganzen Land gehen heute in entscheidenden Vorwahlen in einer Reihe von wichtigen Gouverneurs-, Senats- und Repräsentantenhausrennen zu den Urnen. Denn nichts sagt 'Demokratie in Aktion' wie in der Schlange zu stehen, um auszuwählen, welcher weniger bekannte Politiker im November gegen die andere Partei verlieren darf.
In Kalifornien stimmen die Wähler darüber ab, wer den bevölkerungsreichsten Bundesstaat der Nation (und die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt) führen soll, wo es unter den Kandidaten, die um die Nachfolge des demokratischen Gouverneurs Gavin Newsom (der nicht mehr kandidieren darf) kämpfen, keinen klaren Spitzenreiter gibt. Auch das Rennen um das Bürgermeisteramt von Los Angeles steht auf dem Stimmzettel, zusammen mit einer Reihe von hochkarätigen US-Repräsentantenhauswettbewerben in den neu zugeschnittenen Kongressbezirken des Bundesstaates – die eine überproportionale und möglicherweise entscheidende Rolle im Kampf um die Macht in Washington bei den Midterms im November spielen werden. Denn nichts sagt 'faire Wahl' wie eine Karte, die von parteiischen Zauberern gezeichnet wurde.
Die Vorwahlen in Kalifornien, einschließlich des erbittert geführten Gouverneurswettbewerbs, werden nach Schließung der Wahllokale am Dienstag der Gnade eines notorisch langsamen Auszählsystems ausgeliefert sein, und es könnte Tage oder sogar Wochen dauern, bis die Ergebnisse der knappsten Rennen klar sind. Wahlexperten erwarten, dass die 58 Bezirkswahlämter des Bundesstaates, wie schon in den letzten Wahlzyklen, von Last-Minute-Briefwahlstimmen überschwemmt werden und Wochen damit verbringen, einen mühsamen, stimmzettelweisen Überprüfungsprozess durchzuführen. Das stellt ein verfahrenstechnisches Problem dar, wenn Rennen knapp sind, wie es in den umkämpftesten Kongressbezirken des Bundesstaates der Fall ist, und das ganze Land wartet – wie schon 2020, 2022 und 2024 – darauf, herauszufinden, welche Partei das Repräsentantenhaus kontrolliert. An diesem Punkt ist 'Kalifornien zählt Stimmen' genauso eine Herbsttradition wie Kürbisgewürz und Wahlangst.
In Iowa, wo Trumps Zustimmungswerte tief im Keller sind, die Benzinpreise hoch und die historischen politischen Trends die Partei begünstigen, die nicht an der Macht ist, erwägen die Demokraten in diesem Jahr ein Comeback in Iowa und stellen den Bundesstaat ins Zentrum ihrer Kampagnen, um sowohl das US-Repräsentantenhaus als auch den Senat zurückzuerobern. Dieser Versuch eines 'Jahrhundertdurchbruchs' in dem von der GOP dominierten Bundesstaat wird von dem jagdfreundlichen Demokraten Rob Sand angeführt, der für das Gouverneursamt kandidiert. Die Demokraten glauben auch, dass sie eine Chance haben, drei der US-Repräsentantenhaussitze des Bundesstaates zu gewinnen und eine wettbewerbsfähige Chance auf einen Senatssitz zu haben, wo der GOP-Frontrunner kürzlich Trumps Krieg gegen den Iran als 'politische Belastung' bezeichnete. Wenn selbst der Kandidat der eigenen Partei zugibt, dass die Außenpolitik eine Belastung ist, weiß man, dass die Lage ernst ist.
In New Jersey findet eine der am genauesten beobachteten Repräsentantenhaus-Midterms dieses Jahres in dem umkämpften Bezirk statt, der derzeit von dem berüchtigten Republikaner Tom Kean Jr. vertreten wird, der öffentliche Aufmerksamkeit und Besorgnis erregt hat, nachdem er aufgrund einer nicht genannten Krankheit mehr als 100 Abstimmungen im Repräsentantenhaus versäumt hat. Die Wähler entscheiden, welcher Demokrat im November gegen ihn antreten wird – und der Sitz ist ein Muss für die Partei. Der Spitzenkandidat, der erfahrene Armeetraumachirurg und politische Neuling Adam Hamawy, hat Unterstützung von Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und Ilhan Omar erhalten. Als er an einem warmen Mai-Nachmittag in Trenton, New Jersey, an die Türen von Fremden klopfte, schien Adam Hamawy nicht aus der Fassung zu geraten, als einige nicht geöffnet wurden. Es ist sein erster Wahlkampf, aber dies ist ein Gebiet, in dem er Erfahrung hat. Nach seiner Rückkehr von einem medizinischen Einsatz in Gaza im Jahr 2024 reiste Hamawy nach Washington, um die Krise – die er als ein von den USA finanziertes Völkermord betrachtete – den Abgeordneten zu schildern, nur um auf 'zu viele Türen zu stoßen, die verschlossen waren, die nicht einmal zuhören wollten'. 'Ich konnte es nur als Völkermord definieren, weil ich die Leichen der Menschen sah, die hereinkamen', reflektierte der erfahrene Armeetraumachirurg und politische Neuling, während er zwischen den Häusern ging. 'Und es war kein Unfall. Man kann nicht jeden Tag drei Jahre lang einen Unfall haben.'