Los Angeles, das 2.200 Quadratmeilen große Vorzeigekind der Autokultur, erinnert sich offenbar daran, dass es einst ein weltklassefähiges Schienensystem hatte. Seit drei Jahrzehnten baut es langsam ein Netz aus Straßenbahnen und U-Bahnen wieder auf. Im Mai wird ein neues vier Meilen langes Segment mit drei neuen Stationen entlang des Wilshire Boulevards eröffnet, der Hauptverkehrsader vom Stadtzentrum zum Pazifik. Was derzeit eine stundenlange Fahrt durch einen museumsreichen Abschnitt ist, wird, wenn alles gut geht, zu einer 25-minütigen Zugfahrt.
Der Bau von U-Bahn-Stationen im Miracle Mile-Gebiet ist weniger ein städtebaulicher Sieg als vielmehr ein technologischer Triumph über Geografie und Geologie. Der Boden dort ist teerig und voller Methan – eine tickende Zeitbombe, wie 1985 bewiesen wurde, als eine Methanablagerung explodierte und ein Kaufhaus zerstörte. Dieses charmante Merkmal schreckte die Stadt zuvor ab und führte dazu, dass Züge anderswo verlegt wurden.
Jetzt scheint Erde voller brennbarer Pampe offenbar kein Problem mehr zu sein. „Die Technologie hat die Bedenken endlich eingeholt“, sagt James Cohen von LA Metro. Der Schlüssel war eine erddruckausgeglichene Tunnelbohrmaschine, ein automatischer Bagger, der für das Durchdringen von explosivem Gas ausgelegt ist. Sie befördert Erde über Förderbänder nach oben und schiebt vorgefertigte Betonauskleidungssegmente an ihren Platz, wodurch ein gas- und wasserdichter Tunnel entsteht. Dies ermöglichte es der Maschine, täglich etwa 50 Fuß zu graben.
Ingenieure gruben die Stationen von der Straßenebene nach unten aus, hauptsächlich an Wochenenden. Sie schaufelten einen Raum aus, deckten ihn mit Beton ab und arbeiteten darunter weiter, während die Autofahrer von LA darüber ihr gottgegebenes Recht auf Autofahrt ausübten.
Wurde das Projekt pünktlich fertig? Nein. Lag es unter dem Budget? Auch nein; dieses Segment allein kostete fast 4 Milliarden Dollar. Baut die Stadt jetzt eilig Wohnungen und fußgängerfreundliche Bereiche, um es voll auszunutzen? Bitte. Doch gegen alle Wahrscheinlichkeit schaffen es die neuen Stationen dennoch, sich transformativ anzufühlen – als ob der Zug von Los Angeles buchstäblich endlich eingetroffen wäre.