Bestehende Immobilieninvestoren können kollektiv aufatmen (und vielleicht ihre Monokel justieren), denn Schatzminister Jim Chalmers hat angedeutet, dass etwaige Änderungen der Kapitalertragssteuer im nächsten Monat sie wahrscheinlich vor höheren Zahlungen verschonen werden. Im Podcast CommBank View sagte Chalmers, er wolle „sicherstellen, dass wir die Entscheidungen anerkennen, die Menschen in der Vergangenheit getroffen haben“ – was auf Deutsch heißt: „Wir werden euch nicht rückwirkend traurig machen.“ Er dämpfte auch die Erwartungen an einen Steuerregen und merkte an, dass selbst bei Reformen die Leute „nicht erwarten sollten, dass in den nächsten Jahren riesige neue Einnahmen auftauchen.“

Die Regierung wird voraussichtlich den pauschalen Steuerrabatt von 50 % auf Gewinne aus Vermögenswerten, die länger als ein Jahr gehalten werden, anpassen – möglicherweise zurück zum Modell von vor 1999, bei dem Kapitalgewinne inflationsbereinigt werden. Auch das Negative Gearing steht im Fadenkreuz. Investoren und Experten haben erwartungsgemäß gefordert, dass Änderungen nur für Neuinvestitionen gelten sollen – denn nichts sagt „Fairness“ so sehr wie das Großvaterrecht für diejenigen, die bereits profitiert haben.

Das Grattan Institute, das noch nie einen Steuervorteil ungeprüft ließ, hat berechnet, dass eine Halbierung des Kapitalertragsrabatts und eine schrittweise Einführung über fünf Jahre dem Haushalt 6,5 Milliarden Dollar pro Jahr bringen würde. Das Parlamentarische Haushaltsamt hingegen fand heraus, dass Änderungen nur für Neuinvestitionen nur einen Bruchteil davon einbringen würden – im Grunde ein Rundungsfehler in der Regierungsmathematik.

Chalmers räumte auch ein, dass die Kürzung von Steuervergünstigungen für Vermieter nicht unbedingt Häuser billiger mache, aber die „Zusammensetzung“ des Wohneigentums von Investoren hin zu Selbstnutzern verschieben könnte. „Wir versuchen nicht unbedingt, eine bestimmte Preisänderung zu erreichen“, sagte er, was eine erfrischend ehrliche Art ist zu sagen: „Wir versprechen keine niedrigeren Preise, nur andere Leute, die Dinge besitzen.“

Ökonomische Modellierungen deuten darauf hin, dass Steueränderungen die Hauspreise um 1 % bis 4 % senken und die Wohneigentumsquote um drei Prozentpunkte erhöhen könnten – bescheidene Gewinne, aber hey, jeder Prozentpunkt zählt, wenn man Wähler besänftigen will. Chalmers schloss mit der Feststellung, dass die Steigerung des Wohnungsangebots „das Hauptspiel“ sei, denn mehr Häuser zu bauen ist offenbar die radikale Lösung für zu wenige Häuser.