Knapp eine Million junge Menschen in Großbritannien sind derzeit weder in Ausbildung, Beschäftigung noch Training - oder 'Neet', was sich anhört wie ein Wort, das ein Teenager benutzen könnte, um das gesamte Konzept einer Karriere abzutun. Laut neuen Daten des Office for National Statistics (ONS) waren zwischen April und Juni 981.000 Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren Neet, etwa jeder Achte in dieser Altersgruppe. Denn nichts sagt 'glänzende Zukunft' wie eine Statistik, die sich auf 'Niederlage' reimt.

Die Zahlen kommen kurz vor dem letzten Teil eines großen Berichts des ehemaligen Ministers Alan Milburn, der Empfehlungen zur Bewältigung dieser 'verlorenen Generation' bieten soll - ein Begriff, der sich wie ein dystopischer Roman anhört, aber eigentlich nur ein Dienstag auf dem britischen Arbeitsmarkt ist. Arbeits- und Rentenminister Pat McFadden hat bereits versprochen, 'diese voranzutreiben', was auf Politikersprache bedeutet: 'Wir werden es lesen, vielleicht.'

Positiv ist, dass die Neet-Zahl tatsächlich gegenüber dem ersten Quartal gesunken ist, als sie über einer Million lag (13,5 % der 16- bis 24-Jährigen). Aber sie ist im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 3 % gestiegen, als 951.000 junge Menschen in dieser Schwebe waren. Das ONS warnt davor, dass solche kleinen Änderungen statistisches Rauschen sein könnten - denn nichts sagt 'belastbare Daten' wie 'Variabilität'.

Nehmen wir Asia Mason, 22, aus London, die über zwei Jahre lang auf Jobsuche war, bevor sie ihre erste NHS-Stelle bekam. Nach dem College mit einer Qualifikation in Gesundheit und Sozialpflege träumte sie von einer Tätigkeit im Bereich Mutterschaft, wurde aber wegen fehlender Erfahrung von mehr als 30 Jobs abgelehnt. Ihre Klage: 'Wie soll ich Erfahrung sammeln, wenn niemand bereit ist, mir die Gelegenheit zu geben, sie zu erwerben?' Ein berechtigter Punkt, der den Teufelskreis der Einstiegspositionen treffend zusammenfasst. Schließlich bekam sie durch ein Sozialprogramm der Wohltätigkeitsorganisation The King's Trust einen Fuß in die Tür.

McFadden, der von einem Boots in Nottingham sprach, wo junge Menschen im Rahmen des staatlichen Pilotprojekts 'Jobs Guarantee' Arbeit aufnahmen, nannte den Arbeitsmarkt 'robust', räumte aber 'eine langfristige Herausforderung für junge Menschen' ein. Das Programm zielt darauf ab, 90.000 junge Universal-Credit-Antragsteller zu unterstützen, die seit 18 Monaten arbeitslos sind, und finanziert 25 Stunden bezahlte Arbeit pro Woche für sechs Monate. Geplant sind außerdem 300.000 weitere Praktikumsplätze, 50.000 zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche und Einstellungsanreize in Höhe von 3.000 Pfund für Arbeitgeber, die Langzeitarbeitslose unter 25 einstellen.

Aber nicht alle sind beeindruckt. Die Schattenministerin für Arbeit und Rente, Helen Whately, machte die Politik der Labour-Partei - insbesondere die erhöhten Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung - dafür verantwortlich, 'Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen zu zerstören'. Die Liberaldemokratin Munira Wilson nannte die Neet-Zahlen einen 'Verrat an einer Generation' und forderte die Regierung auf, Ausbildungsplätze attraktiver zu machen und 'Labours schädliche Jobsteuer rückgängig zu machen'. Denn nichts sagt 'jungen Menschen helfen' wie ein politischer Streit über Steuerpolitik.

Der Anstieg der Neets im Jahresvergleich betraf hauptsächlich Männer: 25.000 mehr Männer gegenüber 4.000 Frauen. Milburns früherer Bericht vom Mai stellte fest, dass die Gründe 'komplex' seien, möglicherweise einschließlich gesundheitlicher Probleme, 'der Erosion traditioneller Beschäftigungswege' und 'einer wachsenden Kluft bei den Bildungsergebnissen'. Er betonte auch, dass das 'Neet-Problem in sozialer Benachteiligung verwurzelt' sei, mit höheren Raten bei Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Behinderungen (SEND).

Der Bericht warnt davor, dass ohne Maßnahmen innerhalb von fünf Jahren jeder sechste junge Mensch arbeitslos sein könnte, und fügt hinzu: 'Wir sind in Gefahr, eine verlorene Generation zu werden.' Er stellt auch fest, dass junge Arbeitssuchende Dutzende - manchmal Hunderte - von Bewerbungen verschicken, nur um Ablehnung als Norm zu erleben. Letzte Woche ergab eine BBC-Analyse, dass die Konkurrenz um duale Studienplätze in England sich in drei Jahren vervierfacht hat. Während die Regierung also verspricht, das Problem zu lösen, bleiben junge Menschen zurück, die sich in einem Arbeitsmarkt zurechtfinden müssen, auf dem 'Einstieg' irgendwie immer noch drei Jahre Erfahrung und die Bereitschaft erfordert, für Erfahrung zu arbeiten.