Ferraris Marketingchef ist nach 16 Jahren in den Sonnenuntergang gefahren, nur wenige Wochen nachdem der erste Elektro-Sportwagen des Herstellers, der Luce, auf eine Resonanz stieß, die man großzügig als 'verbesserungswürdig' bezeichnen kann.

Enrico Galliera, Chief Marketing and Commercial Officer des Unternehmens, verlässt seinen Posten, der ehemalige BMW-Italien-Chef Massimiliano Di Silvestre rutscht im Juli auf den Fahrersitz. Ferrari bedankte sich bei Galliera für seine Dienste und stellte fest, er habe 'beschlossen, ein neues Kapitel in seiner beruflichen Laufbahn aufzuschlagen – eine Entscheidung, die er vor einiger Zeit mit dem Unternehmen geteilt habe.'

Der im Mai enthüllte Luce wurde heftig kritisiert, was Internet-Memes und negative Reaktionen hervorrief. Sein Design, das vom iPhone-Designer Sir Jony Ive stammt, zog Kritik von Italiens Vize-Premierminister und Verkehrsminister Matteo Salvini auf sich, der auch ehemaliger Ferrari-Vorsitzender ist. Ferraris Aktien fielen am Tag nach der Enthüllung des Luce um 8%. Bemerkenswerterweise erwähnte Ferraris Erklärung zu Gallieras Abgang den EV-Start mit keinem Wort.

CEO Benedetto Vigna lobte Galliera für seine 'bedeutende Rolle beim Wachstum des Unternehmens und bei der Stärkung der Marke Ferrari weltweit.' Gallieras Aufgaben umfassten die heikle Aufgabe, zu entscheiden, welche Kunden die begehrten Fahrzeuge des Autoherstellers kaufen durften. Er lehnte eine Stellungnahme über die Unternehmenserklärung hinaus ab.

Galliera hatte die Position seit 2010 inne und überwachte wichtige Ereignisse wie die Einführung des LaFerrari im Jahr 2013, Ferraris erstem serienmäßigen Hybrid-Hypercar, und den Börsengang des Unternehmens an der New Yorker Börse 2015 sowie an der Mailänder Börse im folgenden Jahr. Aber der 640.000 Dollar teure Luce erwies sich als schwerer verkäuflich.