ESA wird Mondkarten von anderen kaufen, verspricht, irgendwann eigene zu erstellen
Die ESA gibt zu, keine eigenen Mondkarten zu haben und wird diese von den USA, Indien oder China kaufen, bis sie selbst Kartierungsfähigkeiten für zukünftige Missionen entwickelt.
MAILAND – Die Europäische Weltraumorganisation hat zugegeben, dass sie für ihren Argonaut-Lander auf lunare topografische Daten von anderen angewiesen sein wird – zumindest bis sie dazu kommt, eigene Karten zu erstellen. Argonaut, ein Frachtlander, der erstmals 2022 auf dem ESA-Ministerrat in Paris vorgeschlagen und 2025 bestätigt wurde, soll das NASA-Artemis-Programm unterstützen und Europa gleichzeitig eine eigene Fahrt zur Mondoberfläche ermöglichen. Problem ist nur: Europa hat keine eigenen hochauflösenden Mondkarten, die für die Auswahl sicherer Landeplätze und zukünftiger Infrastrukturstandorte unerlässlich sind. Also wird die ESA vorerst auf vorhandene Missionsdaten zurückgreifen – wahrscheinlich aus den USA, Indien oder China – die von anderen Anbietern gekauft werden können. „Wir verlassen uns in der Entwurfsphase auf Missionsdaten, die bereits verfügbar sind und auch beschafft werden können“, sagte Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für bemannte und robotische Exploration, während einer Pressekonferenz am 17. Juni. Der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA (gestartet 2009) bietet globale Karten mit etwa 100 Metern pro Pixel, mit gezielten Aufnahmen bis zu 0,5 Metern pro Pixel. Indiens Chandrayaan-2 Orbiter High Resolution Camera (gestartet 2019) erreicht 0,25 Meter pro Pixel und ist damit eines der schärfsten Mondaugen. Auch China hat ab Chang’e-1 eine beträchtliche Kartierungskapazität aufgebaut. Die Kosten für den Kauf solcher Daten wurden nicht bekannt gegeben, aber die ESA hat die Mondkartierung „zu einem wichtigen Ziel für zukünftige kleinere Missionen“ erklärt. Zwei dieser Missionen, die noch um Genehmigung konkurrieren, konzentrieren sich auf die Kartierung des Südpols – denn nichts sagt „unabhängiger Zugang“ so sehr wie das Ausleihen von fremden Karten.
Argonaut ist dafür ausgelegt, bis zu 1.500 Kilogramm Fracht zur Mondoberfläche zu bringen. Seine erste Mission zielt derzeit auf eine Landung am lunaren Südpol im Jahr 2030 ab, mit Folgemissionen alle zwei bis drei Jahre. Die ESA hofft, bis dahin eigene Kartierungsdaten zu haben, aber versprechen kann sie nichts.
The Good Times
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