Die Europäische Weltraumorganisation nimmt die Zitronen von NASAs pausierter Gateway-Raumstation und versucht, einen sehr teuren Limonadenstand aufzubauen. Die ESA hat eine Ausschreibung für Studien zur Umnutzung von Lunar Link, einem ursprünglich für Gateway gebauten Kommunikationssystem, in einen eigenständigen Mondkommunikationssatelliten veröffentlicht.

Die Agentur plant, bis zu zwei parallele Verträge im Wert von jeweils bis zu 3 Millionen Euro (3,4 Millionen Dollar) für beschleunigte Phase-A/B1-Studien zu vergeben, die nicht länger als 12 Monate dauern. Dies folgt auf eine Entscheidung der ESA-Mitgliedstaaten auf der 347. Ratssitzung am 16. und 17. Juni, zu prüfen, ob Lunar Link nach der Pausierung des Gateway-Einsatzes durch die NASA im März zu einer eigenen zislunaren Kommunikationsressource werden könnte.

Die Studien werden untersuchen, ob Lunar Link das ESA-Programm Moonlight, eine geplante Konstellation für Mondkommunikations- und Navigationsdienste, ergänzen und als Vorläufer dienen könnte. Statt einer maßgeschneiderten Plattform werden die Auftragnehmer priorisiert eine bestehende Satellitenplattform verwenden, die bereits qualifiziert ist oder nur minimale Änderungen benötigt. Sie werden auch prüfen, ob das Raumschiff als sekundäres Ziel eine oder mehrere „Nutzlasten der Gelegenheit“ tragen könnte.

Thales Alenia Space France, das Lunar Link entwickelt hat, wird ein obligatorischer Subunternehmer sein, wobei die ESA empfiehlt, mindestens 750.000 Euro jedes Vertrags für dessen Arbeit zu reservieren. Die ESA vergab 2021 einen Auftrag über 296 Millionen Euro an Thales für die Entwicklung von Lunar Link und Lunar View, einem kombinierten Kommunikations- und Betankungsbeitrag zu Gateway. Die Flughardware für Lunar Link ist bereits fortgeschritten: Die vollständige Nutzlast wurde integriert und hat funktionale und Umwelttests bestanden, nur ein letzter Antennenausklapptest steht noch aus. Thales erwartet die Qualifikation bis Ende des Jahres.

Die Auftragnehmer werden auch Entwicklungszeitpläne und Kostenschätzungen für nachfolgende Phasen erstellen, wobei der vorgeschlagene Zeitplan einen Start im vierten Quartal 2029 unterstützen muss. In der Zwischenzeit bleibt die Zukunft der anderen ESA-Beiträge zu Gateway – das Wohnmodul Lunar I-Hab und Lunar View – ungewiss. Die ESA plant, die Arbeiten an Lunar I-Hab bis zur kritischen Designüberprüfung fortzusetzen und dann Umnutzungsoptionen zu prüfen, während die Entwicklung von Lunar View verlangsamt wird, aber Schlüsseltechnologien wie Betankung für die zukünftige Tiefenerkundung erhalten bleiben.