Neutrophile, die eifrigen Ersthelfer des Körpers bei Infektionen, könnten eine Papierspur für zukünftigen kognitiven Verfall hinterlassen. Eine neue Studie des NYU Langone Health legt nahe, dass ein Standard-Laborwert, das Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis (NLR), helfen könnte, Menschen mit höherem Risiko für Alzheimer und verwandte Demenzerkrankungen Jahre vor dem Auftreten von Symptomen zu identifizieren. Die Forschung, die am 3. April online in Alzheimer's & Dementia veröffentlicht wurde, untersuchte NLR-Daten von fast 400.000 Patienten aus zwei großen Gesundheitssystemen.
"Unsere Studie ist die erste groß angelegte Untersuchung, die zeigt, dass Neutrophilen-Metriken mit einem erhöhten Demenzrisiko beim Menschen verbunden sind", sagte der Erstautor der Studie, Tianshe (Mark) He, PhD. Die Daten, die von etwa 285.000 Patienten in vier NYU Langone-Krankenhäusern und etwa 85.000 aus der Veteran's Health Administration stammen, zeigten, dass höhere NLR-Werte konsequent mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Demenz verbunden waren, wobei dieser Zusammenhang sowohl für kurzfristige als auch langfristige Risiken galt.
Die Analyse offenbarte einige demografische Nuancen. Hispanoamerikanische Patienten zeigten eine stärkere Assoziation zwischen erhöhtem NLR und Demenzrisiko, und Frauen in beiden Gesundheitssystemen hatten ebenfalls ein höheres Risiko, das mit erhöhtem NLR verbunden war. Laut dem Co-Senior-Autor Jaime Ramos-Cejudo, PhD, ist ein hoher NLR allein zwar wahrscheinlich kein definitiver Prädiktor, könnte aber ein nützliches Puzzleteil in einem größeren Bild sein, um Personen zu identifizieren, die von einer genaueren Überwachung profitieren könnten.
Die Ergebnisse untermauern auch die Theorie, dass Neutrophile mehr als nur passive Marker sein könnten. Diese Zellen, die für die Infektionsbekämpfung unerlässlich sind, könnten aktiv zu Schäden an Blutgefäßen und Hirngewebe bei Alzheimer beitragen. Die Forscher warnen jedoch, dass ein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang noch nicht bestätigt wurde, zum Teil weil Neutrophile eine sehr kurze Lebensdauer haben und schwer zu untersuchen sind.
Dr. Ramos-Cejudo und Kollegen im Vascular and Immune Dysfunction in Aging and Alzheimer's Disease (VIDA)-Labor forschen weiter. Ihre Arbeit kombiniert Messungen der Neutrophilenaktivität mit fortschrittlicher Hirnbildgebung und kognitiven Bewertungen. Die Studie wurde durch mehrere Zuschüsse der National Institutes of Health und andere Finanzierungsquellen unterstützt, mit einer langen Liste von Co-Investigatoren der NYU und des Cooperative Studies Program des VA Boston Healthcare System.