Kurze Videoclips von Podcasts, Songs und Filmen werden plötzlich überall in deinen sozialen Feeds verteilt, und nein, das ist kein kosmischer Zufall – es ist eine durchkalkulierte Marketingstrategie. Marken haben entdeckt, dass diese 30- bis 90-sekündigen Ausschnitte eine äußerst kosteneffiziente Möglichkeit bieten, ihre Waren anzupreisen, und sie legen sich mächtig ins Zeug.

Traditionell wurde die Suche nach den fesselndsten Stellen – im Fachjargon als 'Clipping' bekannt – an unabhängige Kreative ausgelagert. Aber die Verwaltung dieser Gig-Arbeitskräfte und die Entscheidung, wo jeder Clip landet, ist ein massiver operativer Kopfschmerz, der Marketingmanager zu extra-starkem Ibuprofen greifen lässt.

Hier kommt Clouted ins Spiel, ein Startup, das 2024 aus a16z' Speedrun-Accelerator hervorgegangen ist und eine Infrastruktur aufbaut, um sowohl die Verteilungsstrategie als auch die Logistik des Clippings zu automatisieren. Die Plattform nutzt ein Netzwerk von über 100.000 Gig-Kreativen, um Clips zu bearbeiten, und setzt dann KI ein, um die beste Social-Media-Plattform und Zielgruppe für die Promotion zu bestimmen. Stell dir einen sehr meinungsstarken Roboter vor, der genau weiß, wo dein Katzenvideo hingehört.

Clouted-Mitgründer und CEO Justin Banusing testete die Technologie zunächst an seiner eigenen Obsession: elektronische Musik und Festivalproduktion. Als langjähriger DJ nutzte er Clouted, um &Friends zu bewerben, ein in Manila beheimatetes Festival für elektronische Tanzmusik und Popkultur, das mittlerweile über 20.000 Besucher anzieht. Nichts wie ein Nebenprojekt, das sich als riesige Party entpuppt.

Dieser Ansatz hat die Aufmerksamkeit von Investoren erregt. Clouted hat gerade eine 7-Millionen-Dollar-Saatrunde unter der Führung von Slow Ventures bekannt gegeben, mit Beteiligung von Gold House Ventures, Weekend Fund, Peak XV's Surge und anderen. Das ist eine Menge Vertrauen in ein Unternehmen, das im Kern dabei hilft, Dinge viral gehen zu lassen.

Im Gegensatz zu volumengetriebenen Marketing-Tools, die nur auf hohe Clip-Zahlen aus sind, führt die KI von Clouted eine kontinuierliche Testschleife durch, experimentiert mit verschiedenen Formaten und Kanalstrategien, um herauszufinden, was tatsächlich funktioniert. Der praktische Effekt: Jede Kampagne macht die nächste zielgerichteter und effizienter, da das System Daten darüber sammelt, was gewinnt. Es ist wie ein Marketing-Praktikant, der tatsächlich aus seinen Fehlern lernt.

Clouteds Ansatz entlehnt ein Konzept aus der Cybersicherheit – Penetrationstests, bei denen Forscher die Abwehr eines Systems testen, indem sie versuchen, es zu knacken. Statt nach Sicherheitslücken zu suchen, testen Clouteds KI und das Kreativennetzwerk tausende von Clipping- und Verteilungsansätzen, um zu identifizieren, was ein Stück Inhalt zum Viral-Gehen bringt. „Das Ergebnis ist, dass jede Kampagne, die Clouted durchführt, die nächste schneller, intelligenter und effektiver macht“, sagte Banusing zu TechCrunch. „Die Plattform lernt, welche Formate gewinnen, welche Zielgruppen konvertieren und welche Vertriebskanäle sich im Laufe der Zeit verstärken.“

Während Clouted direkt mit Startups wie Overlap AI im automatisierten Clipping-Bereich konkurriert, hat Banusing größere Marketing-Infrastruktur-Anbieter im Visier – insbesondere CreatorIQ und Hightouch – als den ultimativen Wettbewerb. Hightouch hat kürzlich die 100-Millionen-Dollar-ARR-Marke geknackt, was darauf hindeutet, dass der Markt für Unternehmens-Marketing-Infrastruktur groß ist und weiter wächst. Das ist der Markt, auf den Clouted hinarbeitet, ein viraler Clip nach dem anderen.