Brassed Off Kritik: Kohle, Kornette und Weinen in Yorkshire – Eine Geschichte, die alle richtigen Töne trifft
Amy Leachs Inszenierung von Brassed Off im Leeds Playhouse ist eine bewegende, politisch aufgeladene Wiederbelebung, die Tränen und Brass-Band-Glorie aus Yorkshires kohlebestäubter Seele schürft.
Es ist seltsam, dass diese typisch yorkshire’sche Geschichte noch nie im Leeds Playhouse aufgeführt wurde. Das wird nun mit Biss und Menschlichkeit von Regisseurin Amy Leach und ihrer auffallend relevanten Inszenierung des Paul-Allen-Stücks nach Mark Hermans Film von 1996 behoben.
Das Quarry Theatre des Playhouse ist ein riesiger, unhandlicher Raum, der epische Geschichtenerzählung verlangt. Mit einem Namen, der vermuten lässt, er sei aus der Erde gegraben, ist leicht zu sehen, warum Leach dachte, die Zechengeschichte sei perfekt für diese Bühne.
Der unmittelbarste und auffälligste Aspekt der Inszenierung sind die außergewöhnlichen Tableaus, die sie mit Katie Scotts Design schafft: eine mehrstöckige Stahltreppe, die zu den riesigen Rädern der tief unten liegenden Mine führt. Bemerkenswerte Eröffnungschoreografie zeigt Männer, die Kohle hauen und aussehen, als hissten sie eine Flagge auf Iwo Jima. Es ist ein passender Verweis: Was folgt, ist ein Kampf um Arbeitsplätze, Würde, Stolz und in manchen Fällen um Leben.
Während Margaret Thatcher in der Mitte der 90er der große Feind der Geschichte war, fügt die Inszenierung politische Reden und Bilder mehrerer jüngerer Premierminister hinzu, von Boris Johnson bis Rishi Sunak, was andeutet, dass es für die nördliche Arbeiterklasse das Gleiche ist. „Gewöhnliche arbeitende Menschen“ sind immer noch am unteren Ende der Schlackehalde.
Das Stück erzählt die Geschichte der Grimley-Zeche und der dazu gehörenden Brass Band. Als die Mine von Schließung bedroht ist und die Männer darüber abstimmen, ob sie streiken oder ihr Schicksal akzeptieren, schwebt die eigentliche Frage über ihnen: Wenn die Mine schließt, spielt die Band dann weiter?
Sie kennen das Ende fast sicher. Die Erzählung verlangt mitreißende Blechbläsermusik, und Leach hat Mitglieder der Horbury Victoria und Wakefield Metropolitan Brass Bands rekrutiert, um die Schauspieler-Musiker zu verstärken. Wenn sie spielen, schwillt auch die Brust jedes Einheimischen im Zuschauerraum an.
Es gibt Momente, in denen die Geschichte an Nuancen mangelt, aber mit dem Material macht Leach einen guten Job, indem sie den Bandleader Danny (David Birrell), ganz der raue Yorkshiremann, dirigiert; eine sprühende Danielle Henry als verängstigte Sandra; und den stets verlässlichen Andy Cryer als Jim, der, wie ein Großteil des Publikums, von der von Blechbläsern begleiteten Auflösung zu Tränen gerührt wird.
The Good Times
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